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1&1 Drillisch

Neues Mobilfunknetz? United Internet nimmt an 5G-Auktion teil

von Robert Klatt •

Sollte United Internet (1&1 Drillisch) erfolgreich an der Auktion teilnehmen, würde Deutschland auch ein viertes Mobilfunknetz bekommen.


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Nachdem vor einigen Wochen bereits erste Gerüchte darüber aufgetaucht sind, dass neben Vodafone, der Deutschen Telekom und Telefonica auch United Internet an der kommenden 5G-Auktion teilnehmen wird, hat das Unternehmen denen die Marken 1&1 und Drillisch gehören nun offiziell bestätigt am Vergabeverfahren der Bundesnetzagentur teilzunehmen.

Wie der Vorstand und Aufsichtsrat von United Internet kürzlich mitteilten, handelt es sich bei der Entscheidung um "ein neues Kapitel" in der Geschichte des Unternehmens, das ein "Grundstein für mehr Wettbewerb und eine bessere Mobilfunkversorgung in Deutschland" bilden soll.

Finanzierung durch Banken

Die nötigen finanziellen Mittel für die kostspieligen 5G-Frequenzen und die "erfolgreiche und dauerhafte" Positionierung als vierter Mobilfunknetzbetreiber, stammen von Banken, die insgesamt 2,8 Milliarden Euro zusätzlicher Kredite an United Internet vergeben.

Ralph Dommermuth, CEO United Internet:

"Wir haben in den vergangenen Monaten für mehr Wettbewerb und die daraus entstehenden Impulse für einen schnellen 5G-Ausbau in Deutschland geworben. Nun wollen wir die Grundlage schaffen, um als vierter Netzbetreiber im Mobilfunkmarkt dazu beizutragen, dass es Deutschland gelingt, 5G-Leitmarkt zu werden."

Unternehmen mussten bis zum heutigen Freitag ihre Anträge stellen, um an der 5G-Auktion teilzunehmen. Neben den drei alten Netzbetreibern und United Internet nimmt kein weiteres Unternehmen an dem Verfahren teil. Die Auktion soll noch diesem Frühling stattfinden. Vergeben werden die Frequenzen im Bereich um 2 und 3,6 GHz, die die Netzbetreiber für ihre 5G-Mobilfunknetz verwenden sollen. Die Frequenzen im 2 GHz Bereich werden derzeit noch teilweise für das bereits bestehende UMTS-Mobilfunknetz genutzt, für das sie bis maximal zum Jahr 2025 vergeben wurden. Die versteigerten 3,6 GHz Frequenzen sind frei und können von den Unternehmen direkt verwendet werden, um das neue 5G-Netz aufzubauen.

Niedrigere Auflagen für Neueinsteiger

Als neues Unternehmen würde United Internet von niedrigeren Auflagen durch die Bundesnetzagentur profitieren. Die etablierten Netzbetreiber sind verpflichtet bis Ende 2022 in jedem Bundesland 98 Prozent der Haushalte mit mindestens 100 Mbit/s per 5G-Verbindung zu versorgen. Als Neueinsteiger wäre United Internet nur dazu gezwungen bis Ende 2023 25 Prozent der Haushalte zu erreichen, Ende 2025 wären es 50 Prozent. Durch die erleichterten Bedingungen möchte die Bundesnetzagentur es auch neuen Unternehmen ermöglichen weitere Mobilfunknetze zu etablieren.

Freenet nicht dabei

Ursprünglich hat auch Freenet darüber nachgedacht an der 5G-Auktion teilzunehmen. Freenet-Chef Christoph Vilanek sagte jedoch gegenüber dem Handelsblatt, dass der "Aufbau eines neuen Mobilfunknetzes wohl mindestens 10 Milliarden Euro kosten würde" und damit zu riskant für das Unternehmen sei. Freenet wird deshalb wie zuvor weiter die Netze der anderen Betreiber gegen Gebühren mitnutzen.

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