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Chinesische Alternative

Drohendes US-Verbot: Huawei mit eigenem Smartphone-Betriebssystem

von Robert Klatt •

Die Eigenentwicklung soll Huawei unabhängiger von einem US-Handelsverbot machen, das aufgrund der Spionagevorwürfe droht.


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Das chinesische Unternehmen Huawei hat bestätigt, dass die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems für Smartphones und Computer abgeschlossen wurde. Der Konzern reagiert damit auf die anhaltenden Spannungen mit der US-Regierung, die Huawei vorwirft in ihren Produkten Spionagemöglichkeiten zu verbauen und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen. Auf Druck der USA soll Huawei auch in Deutschland beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetz ausgeschlossen werden. Inzwischen hat Huawei aufgrund der anhaltenden Vorwürfe, für die bisher keinerlei Beweise vorgelegt wurde, vor einem US-Gericht Klage eingereicht.

Handelssperre gegen ZTE

Bisher ist Huawei trotz der anhaltenden Spannungen noch nicht mit einer Handelssperre belegt worden und kann somit weiterhin Software wie zum Beispiel Googles Android und Komponenten wie zum Beispiel Qualcomm Snapdragon Prozessoren in den USA einkaufen. Vor knapp einem Jahr hat die US-Regierung das ebenfalls chinesische Unternehmen ZTE aufgrund angeblicher Sanktionsverstöße bereits mit einem Handelsverbot belegt, das dazu geführt hat, dass das Unternehmen kurz vor der Insolvenz stand.

Beendet wurde das Handelsverbot gegen ZTE erst, nachdem das Unternehmen sein komplettes Management ausgetauscht hat und eine Strafzahlung von einer Milliarde Dollar geleistet hat.

Die Eigenentwicklung von Huawei ist also vor allem eine Vorbereitung auf ein eventuelles Handelsverbot der US-Regierung, die dem Unternehmen die Nutzung von Android verbieten könnte. Huawei könnte durch die derzeit noch nicht in einem Produkt eingesetzte Eigenentwicklung somit auch bei einem Handelsverbot der USA weiterhin handlungsfähig bleiben.

Betriebssystem eingeschränkt

Technische Details zum noch namenlosen Betriebssystem von Huawei sind bisher nicht bekannt. Das Unternehmen betonte jedoch, dass Windows und Android weiterhin priorisiert eingesetzt werden sollen und die Eigenentwicklung nur verwendet werden soll, wenn ein Handelsverbot auch wirklich durch die US-Regierung verabschiedet werden würde.

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