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Datenschutz-Grundverordnung

WhatsApp hat neues Mindestalter von 16 Jahren in der EU

von Robert Klatt •

Offiziell ist WhatsApp in der EU in wenigen Wochen erst ab 16 nutzbar. Außerdem soll zur Bekämpfung von Spam enger mit Facebook zusammengearbeitet werden.


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Aufgrund der neuen EU-weit gültigen Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) wurden die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzrichtlinie von WhatsApp aktualisiert. Die wichtigste Änderung für Nutzer in der Europäischen Union ist das neue Mindestalter von nun 16 statt vorher 13 Jahren. Gerüchte über diese Änderung gab es bereits vor einigen Wochen, seit heute ist die Anpassung an die neuen gesetzlichen Gegebenheiten aber offiziell.

In den neun aktualisierten Nutzungsbedingungen findet sich der Punkt: „Falls Du in einem Land in der Region Europa lebst, musst Du mindestens 16 Jahre alt sein, um unsere Dienste zu nutzen.“ Nicht EU-Bürger dürfen WhatsApp weiterhin ab 13 Jahren nutzen. Sollte in einem Heimatland ein höheres Alter als die 16 beziehungsweise 13 Jahre der Nutzungsbedingungen gesetzlich vorgeschrieben sein so gilt dieses Alter.

WhatApp-Nutzer werden in den kommenden Wochen den neuen Nutzungsbedingungen zustimmen müssen, um den beliebten Messenger weiter verwenden zu können. Ob und wie WhatsApp das Mindestalter der Nutzer wirklich kontrollieren wird ist unklar. Technisch könnte das Unternehmen natürlich ein Geburtsdatum abfragen und Nutzer die zu jung sind während der Neuregistrierung von ihrem Dienst ausschließen. Es müssten jedoch auch alle bereits aktiven Nutzer die zum Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung noch nicht 16 sind gesperrt werden, bis sie das Mindestalter erreicht haben.

Außerdem sehen die neuen Nutzungsbedingungen vor, dass für sie jetzt WhatsApp Ireland zuständig ist. Eventuell Beschwerden aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung müssen daher in Irland eingereicht werden. In ihrem Unternehmensbloghat WhatsApp dazu folgendes geschrieben: „WhatsApp hat eine Präsenz in der Europäischen Union geschaffen, um dir seine Dienste von dort aus bereitzustellen und die neuen hohen Transparenzstandards hinsichtlich der Privatsphäre unserer Benutzer zu erfüllen.“

Auch der von Kritikern schon lange vermutete Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook soll laut der neuen Datenschutzrichtlinie des Unternehmens weiterhin nicht stattfinden. WhatsApp teilte mit, dass weder „zur Verbesserung der Produkterlebnisse“, noch für „Werbung auf Facebook“ Daten mit dem Mutterkonzern ausgetauscht werden. Dies könnte sich eventuell allerdings zeitnah ändern. „Wie wir bereits in der Vergangenheit angekündigt haben, möchten wir zukünftig enger mit anderen Facebook-Unternehmen zusammenarbeiten und werden dich über neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten.“

Laut WhatsApp soll der bald kommende Datenaustausch jedoch lediglich bei der Bekämpfung von Spam und unerwünschten Nachrichten helfen. Es sollen so bei Nutzern die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen Maßnahmen eingeleitet werden, die bis zur Deaktivierung der Accounts sowohl auf WhatsApp als auch Facebook reichen.

In Zukunft können Nutzer bei WhatApp ein Archiv ihrer gespeicherten Daten anfordern. Diese Funktion ist bei Facebook seit längerem vorhanden. Dies soll über die WhatsApp-Anwendung auf dem Computer erfolgen. Die Einführung der Funktion erfolgt in den kommenden Wochen. Um die Systeme nicht zu überlasten wird sie schrittweise für einzelne Nutzerblöcke freigegeben.

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