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Deutsches Mobilfunknetz als Schlusslicht

Studie - Albanien bei LTE-Versorgung vor Deutschland

von Robert Klatt •

Die Studie hat Daten von rund fünf Millionen Nutzern ausgewertet. Deutschland liegt europaweit auf dem drittletzten Platz.


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Deutsche Mobilfunkkunden haben im europäischen Vergleich trotz des sehr hohen Preisniveau ein deutlich unterdurchschnittlich ausgebautes LTE-Netz. Das Aachener Beratungsunternehmen P3 hat im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion eine Studie erstellt, die die LTE-Netzabdeckung, die durchschnittliche Datentransferrate und den Anteil der Kunden mit LTE-Mobilfunkverträgen untersucht hat. Als Datenbasis dienten dem Unternehmen dafür rund 800 verschiedene Apps, die eine Analysesoftware beinhalten. Insgesamt konnten so Daten von fünf Millionen Mobilfunknutzern in Europa gewonnen werden. Laut P3 kann die Abdeckung so auf 50 Meter genau bestimmt werden, ohne dass persönliche Daten einzelner Nutzer dafür gespeichert werden müssen. Die Netzabdeckungsstatistik bezieht sich dabei nicht auf die Gesamtfläche der jeweiligen Länder, sondern auf den Anteil der erreichten Bevölkerung.

LTE-Abdeckung

Die beste LTE-Abdeckung in Europa haben die Niederlande mit durchschnittlich 93,5 Prozent Verfügbarkeit bei allen Mobilfunknetzbetreibern. Ebenfalls hervorragend ist die Abdeckung in Belgien und der Schweiz.

Deutschland das auf dem drittletzten Platz liegt erreicht hier nur 59,5 Prozent. Selbst wirtschaftlich deutlich schwächere Länder liegen hier vor der Bundesrepublik, darunter zum Beispiel Albanien mit 61,7 LTE-Abdeckung.

LTE-Marktanteile

Auch bei den LTE-Marktanteilen, also den Mobilfunkverträgen die über LTE verfügen, liegt Deutschland auf einem der hinteren Plätze. Während in Belgien, der Schweiz und den Niederlanden mehr als 90 Prozent der Nutzer mit LTE unterwegs sind liegt der Anteil bei der Deutschen Telekom bei nur 75 Prozent. Vodafone mit 57 Prozent und o2 mit unter 50 Prozent versorgen noch weniger Kunden mit LTE.

LTE-Geschwindigkeiten

Die durchschnittliche Datenrate zeigt ebenfalls, dass Deutschland wie es Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer ausdrückt "Schlusslicht in Europa ist". Kunden der Deutschen Telekom surfen mit immerhin 4,9 Mbit/s im Durchschnitt, bei Vodafone sind es 4,8 Mbit/s und bei o2 sogar nur 4,1 Mbit/s.

In Albanien erreichen Kunden der Telekom durchschnittlich 9,4 Mbit/s und Vodafone-Kunden rund 8,7 Mbit/s.

Verantwortlich für dieses desaströse Ergebnis wie P3-Geschäftsführer Hakan Ekmen gegenüber der ARD erklärte vor allem die extrem kostspieligen Frequenzauktionen mit denen die Mobilfunkunternehmen sich das Recht kaufen müssen ein LTE-Netz betreiben zu dürfen. Laut Ekmen und Politkern verschiedener Parteien fehlen diese Gelder für Investitionen die beim Netzausbau anfallen.

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