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Anrainerstaaten lenken nicht ein

Streit um Domain .amazon geht in die nächste Runde

von Dennis Lenz •

Der Versandriese aus den USA versucht seit vier Jahren vergeblich sich die Domainendung .amazon zu sichern - bisher vergeblich.


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Der Kampf zwischen Amazon und den acht an den Fluss Amazonas angrenzenden Staaten um die Vergabe von .amazon geht weiter. Bei einer öffentlichen Sitzung des ICANN-Regierungsbeirats bei der Jahrestagung der ICANN in Dubai schlugen Vertreter von Amazon vor, die Bewerbungen der Länder für .amazones, amazonia und amazonica zu sponsorn. Im Gegenzug verlangt Amazon, dass die betroffenen Ländern ihre Zustimmung für die Vergabe der Domain .amazon durch die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) an den Handelsriesen geben. Das finanziell lukrative Angebot von Amazon wurde von den Staaten jedoch abgelehnt.

Besonders Brasilien, Argentinien und Peru reagierten deutlich. Brasiliens Vertreter im Regierungsbeirat der ICANN Benedicto Fonseca sagte, dass die Staaten an die Ministerbeschlüsse der Minister der Anrainerorganisation OCTA gebunden seien. Die peruanische Vertreterin zeigte sich wesentlich weniger diplomatisch. Sie kritisierte die Verhandlungsführung von Amazon im Streit deutlich. Maria Milagros Castanon Seonane vom peruanischen Außenministerium warf den überraschten Amazon Mitarbeitern vor: „Unternehmen wie Ihres machen was sie wollen. Unternehmen wie Ihres wollen Regierungen und die Bevölkerung, die sie vertreten, einfach nicht respektieren“.

In dem seit vier Jahren andauernden Streit hat Amazon von extern berufenen Schlichtern vor kurzem noch Recht bekommen. Der Schlichter kam zu dem Ergebnis, dass Amazon alle Bedingungen die für die Zuteilung nötig sind erfüllt hat und dass die Vergabe der Domain an den Konzern durch die ICANN den Amazonas Anrainerstaaten nicht schade. Die Schlichter urteilten, dass die ICANN die Zuteilung des Namens deshalb nicht verweigern dürfte. Durch den Druck des ICANN Regierungsbeirats, der sich deutlich gegen eine Vergabe der Domain an Amazon positioniert hat, kam es bisher nicht zu Vergabe der Domain durch die private Namensverwaltung.

Dana Brown Northcott teilte unmittelbar nachdem Treffen mit, dass man weiterhin verhandeln werde. Sie gab gegenüber heise.de an, dass man einen Kompromiss anstrebt, sich aber trotzdem alle Optionen offenhält falls die Situation eskalieren sollte. Amazon könnte basierend auf dem Schiedsurteil der externen Schlichter den Rechtsweg einschlagen und so versuchen die ICANN zur Vergabe der Domain zu zwingen. Dies war bereits bei der Vergabe der umstrittenen .xxx Domain erfolgreich. Fonseca sagte, dass weitere Verhandlungsrunden zwischen Amazon und ACTO nicht ausgeschlossen sind. Gleichzeitig machte er deutlich, dass das Schiedsurteil von drei Schlichtern gefällt wurde, die wie Amazon aus den USA kommen.

Obwohl die USA die Aufsicht über die Rootzone aufgegeben hat, wird die starke Bindung der ICANN an US-Recht von vielen Ländern kritisch gesehen. Auch europäische Länder wie Portugal sehen die Situation im Amazon Fall als problematisch an. Es wird befürchtet, dass falls die Domain an Amazon übertragen wird ein Präzedenzfall entstehen könnte, in dem eine Firma vor dem öffentlichen Interesse an geographischen Namen bevorzugt wird.

2 Kommentare

Johann
Also ich finde, die Domain sollte weiter zum Fluss gehören. Nur weil es eine Firma gibt, die auch so heißt, braucht sie sich nicht alles unter den Nagel reißen!
Daniel
Vong Prinzip soll doch amazon die Domain bekommen lol? Wieso nicht die sinds echt die besten Händler
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