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Orkney-Inseln

Project Natick – Microsoft baut Rechenzentrum im Atlantik

von Robert Klatt •

Microsoft hat 864 in einem Container im Meer versenkt. Das Experiment soll zeigen, ob sich der Atlantik als natürliche Wasserkühlung eignet.


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Rechenzentren haben mit hoher Abwärme zu kämpfen, die zur Kühlung viel Strom benötigt und somit große Kosten verursacht. In der Vergangenheit haben Firmen wie Facebook, Microsoft und Google versucht dieses Problem zu lösen indem sie Rechenzentren in kälteren Regionen installiert haben. Facebook betreibt aus diesem Grund beispielsweise ein Rechenzentrum im schwedischen Luleå, das sich selbst als „Node Pole“ bezeichnet, da dort die Temperatur auch im Sommer nicht über 15 Grad ansteigt und so die Kühlkosten minimiert werden können.

Rechenzentrum vor den Orkney-Inseln

Microsoft geht nun einen Schritt weiter und probiert, ob sich der Atlantik als natürliche Wasserkühlung eignet. Dazu wird ein Container mit Servern vor den schottischen Orkney-Inseln im Meer versenkt. Das Ziel des experimentellen Projects Natick ist es, eine kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Rechenzentren zu entwickeln.

Der versenkte Zylinder ist 12,2 Meter lang und hat einen Durchmesser von 2,8 Metern. Microsoft kann in diesem kompakten Unterwasserrechenzentrum zwölf Serverracks unterbringen. Insgesamt wurden so 864 Server mit insgesamt 27,6 Petabyte Speicherplatz im Meer versenken. Zur Stromversorgung und zum Datentransfer hat der Konzern eigenes ein neues Unterseekabel verlegen lassen. Das Rechenzentrum soll so bis zu maximal fünf Jahre im Meer bleiben.

Keine Gefahr für die Umwelt

Ben Cutler, Leiter von Project Natick erklärte gegenüber der BBC, dass es die Idee hinter dem Projekt gibt so Energie und Kosten für die Kühlung der Hardware zu sparen. "Wir glauben, dass die Kühlung unter Wasser viel besser ist als an Land". Er beteuerte, dass das Projekt keine Gefahr für die Umwelt darstellt.

Probleme bei Hardwareausfällen

Problematisch sind bei dem Untersee-Rechenzentrum vor allem eventuelle Hardwareprobleme, die aufgrund der Lage nicht repariert werden können. Aufgrund ihrer großen Erfahrung mit anderen Rechenzentren geht Microsoft jedoch davon aus, dass Hardwareschäden kaum auftreten werden. Laut Cutler stellen in herkömmlichen Rechenzentren Sauerstoff und Wasserstoff große Probleme dar, da sie Korrosion verursachen. Da im Project Natick jedoch keine Menschen arbeiten, wurden diese vor dem Versenken entzogen.

Zweiter Test von Microsoft

Ein ähnliches Projekt hat Microsoft im Winter 2015/2016 bereits vor der kalifornischen Küste erprobt. Der erste Rechenzentrumscontainer war jedoch kleiner und diente vor allem dazu zu erforschen ob und welche Auswirkungen die Technik auf die Meeresflora und Fauna hat. Der Standard vor Schottland wurde laut Microsoft gewählt, da dort erneuerbare Energie besonders stark ausgebaut sind.

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