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Seit Release nur Verluste

Messenger-App WhatsApp ab 2019 mit personalisierter Werbung

von Robert Klatt •

Ab 2019 soll in WhatsApp Werbung angezeigt werden. Dazu wird möglicherweise ein Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook erfolgen.


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WhatsApp befindet sich seitdem der Messenger veröffentlicht wurde in der Verlustzone. Dafür ist vor allem die Entscheidung der ursprünglichen Gründer Jan Koum und Brian Acton verantwortlich, die sich stets gegen die Einführung für Werbung entschieden haben. Facebook hat nun angekündigt, dass Versprechen der Gründer zu brechen und ab dem kommenden Jahr Werbung in WhatsApp anzuzeigen. Inzwischen haben beide Gründer das Unternehmen verlassen, da sie die Entwicklung nach der Facebook-Übernahme nicht mehr mit ihren eigenen Vorstellungen von WhatsApp vereinbaren konnten.

Derzeit nutzen rund 1,5 Milliarden Menschen täglich WhatsApp, die so durchschnittlich pro Tag rund 60 Milliarden Nachrichten versenden. WhatsApp ist damit neben Facebook eines der größten sozialen Netzwerk weltweit. Laut Berichten von TechCrunch und dem Wall Street Journal sollen ab 2019 im Status-Bereich Werbeanzeigen geschaltet werden können. Ursprünglich wurde die Funktion, die WhatsApp für den Status-Bereich nutzt“ von Snapchat erfunden. Die „Stories“ zeigen dort Texte, Bilder und Videos, die nach 24 Stunden automatisch wieder entfernt werden.

Chat-Bereich bleibt weiterhin werbefrei

Der Chat-Bereich soll laut den Berichten weiterhin werbefrei bleiben. Außerdem sollen Nutzer frei darüber entscheiden, ob ihnen Werbung Dritter im Status-Bereich angezeigt wird.

Der Messenger wurde 2014 von Facebook für 19 Milliarden Dollar gekauft und dann vollständig kostenlos gemacht. Der derzeitige Strategiewechsel ist eventuell auf die Kursverluste des Mutterkonzerns zurückzuführen. Die jüngst veröffentlichen schwachen Quartalsergebnisse von Facebook sorgten für einen sinkenden Aktienkurs, den Facebook nun mit neuen Einnahmequellen wieder nach oben bringen möchte.

Anzeigensystem durch Datenschutz „geschwächt“

Problematisch für Facebook und WhatsApp ist jedoch, dass in Europa der Datenaustausch zwischen den beiden Unternehmen als Bedingung der Übernahmeerlaubnis verboten wurde. Um WhatsApp-Nutzern personalisierte Werbung anzuzeigen, ist es jedoch nötig auf das Facebook Anzeigensystem zurückzugreifen. Möglicherweise wird Facebook hier jedoch mit dem „berechtigten Interesse“ der kürzlich eingeführten Datenschutzgrundverordnung argumentieren und so doch einen Datenaustausch vornehmen.

Unternehmenseinsatz von WhatsApp

Außerdem soll WhatsApp in Zukunft stärker auch von großen Firmen zum Beispiel als Kundenservice-Portal genutzt werden. Der neue Dienst mit dem Namen „WhatsApp Business API“ wird bereits vom Online-Reiseportal Booking.com, dem Shopping-Portal Wish, dem Fahrdienstvermittler Uber und den Fluggesellschaften KLM und Singapore Airlines genutzt. Schon bald sollen weitere große Partner folgen. WhatsApp möchte so über Lizenzgebühren neben der kommenden Werbung eine zweite Einnahmequelle etablieren. Details über die Kosten hat keines der teilnehmenden Unternehmen veröffentlicht.

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