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Verschlüsselung der Kryptobörse QuadrigaCX

Kryptomarktbesitzer stirbt und nimmt 137 Millionen Dollar mit ins Grab

von Robert Klatt •

Da der ehemalige Betreiber der Börse QuadrigaCX als einzige Person das Passwort des Cold Wallets besaß, ist es nicht mehr möglich auf das Geld zuzugreifen.


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Durch den plötzlichen Tod des nur 30 Jahre alten Betreibers der Kryptogeldbörse QuadrigaCX hat das Unternehmen Guthaben ihrer Kunden im Wert von rund 137 Millionen Dollar verloren. Ein großer Teil des Kryptogeldes der Börse wurde direkt auf dem persönlichen Laptop des Inhabers gespeichert. Das sogenannte 'Cold Wallet' ohne Zugriff zum Internet sollte zu garantieren, dass die Einlagen der Nutzer sicher vor Diebstählen durch Hacker sind.

Das Sicherheitskonzept von QuadrigaCX ist den Anlegern nun zum Verhängnis geworden, das nur der verstorbene Besitzer der Plattform das Passwort der Verschlüsselung besaß. Da keine Sicherungen des Passworts vorliegen sollen und der verwendete Algorithmus als sicher gilt, kann davon ausgegangen werden, dass das Kryptogeld für immer verloren ist.

Manuelle Entschlüsselung fehlgeschlagen

Experten, die nachdem Tod des Betreibers probiert haben den Laptop zu entschlüsseln, sind laut einer Erklärung der Witwe daran gescheitert. Auch ein Versuch das Passwort anhand von persönlichen Daten und Vorlieben des Verstorbenen zu rekonstruieren war erfolglos, auch wenn es die Experten geschafft haben einen Teil der relevanten Daten wie E-Mail-Gespräche wiederherzustellen.

Richtlinien für Kryptogeldbörsen nicht beachtet

Die bereits 2015 aufgrund ähnlicher Vorfälle eingeführten Regeln für die Betreiber von Kryptogeldbörsen wurde im Falle von QuadrigaCX missachtet. Hätte der Betreiber die Regeln eingehalten, die die Guthaben der Nutzer vor höherer Gewalt schützen sollen, wäre es nun möglich noch an das Guthaben zu kommen. Unteranderem schreiben die Richtlinien Backups vor, die die Guthaben zusätzlich vor dem Totalverlust schützen sollen.

Unklare Aufbewahrung des Guthabens

Laut einem Artikel auf Medium.com, der inzwischen wieder gelöscht wurde, soll es bei QuadrigaCX zu weiteren Ungereimtheiten gekommen seien. Nachdem Tod des Betreibers soll die Börse so beispielsweise noch mehrere Tage Einzahlungen akzeptiert haben, obwohl klar war, dass die übrigen Angestellten keine Möglichkeit hatten an das Kryptogeld zu gelangen. Online wird deshalb bereits spekuliert, dass der Tod des Betreibers nur vorgetäuscht war und dass dieser sich mit dem 137 Millionen Dollar Guthaben seiner ehemaligen Nutzer abgesetzt hat. Die Diskussion von Medium.com wird inzwischen auf Reddit.com fortgesetzt.

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