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Bewegungsdaten

iPhone Tracking überführt britischen Mörder

von Robert Klatt •

Die Daten des Täters und des Opfers ergaben kombiniert ein Bild, das das Alibi des Täters widerlegt. Der Mann wurde inzwischen verurteilt.


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Laut einem Bericht des The Telegraph könnte einem britischem Apotheker der Mord an seiner Frau anhand der Bewegungsdaten seines iPhone nachgewiesen werden. Inzwischen wurde der Mann von einem Gericht schuldig gesprochen. Während der Verhandlung wurde das Alibi des Täters durch die Staatsanwaltschaft widerlegt, die dafür die Aktivitätsdaten der Apple Health-App genutzt haben. Die Behauptung, dass er seine Frau bei seiner Heimkehr bereits tot aufgefunden wurde, konnte so als falsch bewiesen werden.

Genutzt wurden dafür die automatisch angelegten Aufzeichnungen der Health-App, die zeigen, dass der Mann nachdem Mord im Wohnzimmer ins Obergeschoß des Einfamilienhauses ging, um dort die Spuren eines angeblichen Einbruches zu erzeugen. Nachdem die Spuren gelegt wurden, hat die App insgesamt nur noch vierzehn Schritte aufgezeichnet, die vom Haus bis in den Vordergarten gingen, wo das iPhone durch den Täter platziert wurde. Er wollte so den Anschein erwecken, dass der angeblichen Mörder das iPhone dort auf seiner Flucht verloren hat.

Außerdem hat die Polizei die Aufzeichnungen des iPhones des Opfers abgeglichen, die ebenfalls die oben beschriebenen Schritte bestätigen. Der Wechsel zwischen den Etagen des Hauses konnte anhand des Barometers ermittelt werden. Unklar ist ob die Ermittlern die Daten nutzen konnten, weil die iPhones nicht gesichert waren oder ob sie dafür einen Dienst zum Knacken der iPhones genutzt haben.

Nutzung von Bewegungsdaten auch in anderen Fällen

Neben dem nun abgeschlossenen Prozess in Großbritannien gibt es auch in anderen Ländern ähnliche Ansätze, wie die Zeitung The Telegraph berichtet.

In Australien hat die Polizei beispielsweise die Pulsmessung einer Apple Watch genutzt, um den exakten Todeszeitpunk eines Mordopfers zu nutzen. Auch in Deutschland soll eine private Sicherheitsfirma ein verschlüsseltes iPhone geknackt haben, um mit deren Daten den Prozess rund um den Mord an einer Freiburger Studentin zu unterstützten.

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