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KI analysiert Verhalten

Googles reCAPTCHA v3 beendet störende Rätsel im Internet

von Robert Klatt •

Das neue Captcha setzt auf eine Analyse des Verhaltens anstatt nerviger Rätsel. Normale Nutzer sollen dadurch nicht mehr durch Captchas gestört werden.


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Bisher mussten Internetnutzer beim Abgeben von Kommentaren, beim Registrieren neuer Accounts und bei vielen anderen Aktionen häufig nervige Rätsel wie "Markieren Sie bitte alle Bilder, auf denen ein Baum zu sehen ist." lösen, um zu zeigen, dass sie ein Mensch und kein Bot sind.

Das neu eingeführte reCAPTCHA v3 der Google-Tochter soll diese störenden Rätsel in Zukunft überflüssig machen, indem das Nutzerverhalten analysiert wird. Anhand der Analyse des Nutzungsverhalten über verschiedene Webseiten erstellt Google eine Risikobewertung von 0,1 (Bot) bis 1,0 (Mensch) anhand der entschieden wird ob die gewünschte Aktion durchgeführt werden kann oder ob sich der Nutzer zusätzlich authentifizieren muss.

Modell seit 1950er im Einsatz

Als Basis der neuen Captchas dient der von Alan Turing bereits in den 1950er Jahren erdachte Turing Test, bei dem eine Person über einen Computer mit einem unbekannten Gesprächspartner kommuniziert und nach einer Zeit entscheiden soll, ob es sich dabei um eine Maschine oder einen echten Menschen gehandelt hat. Computer die ihren Gesprächspartner erfolgreich täuschen können bestehen den Turing Test, was ihnen in diesem Bereich bescheinigt über dieselben kognitiven Fähigkeiten zu verfügen wie ein echter Mensch.

Die hinter reCAPTCHA v3 steckende künstliche Intelligenz arbeitet ähnlich. Die Beobachtung der Nutzer wird dazu genutzt das Verhalten zu analysieren. Nutzer die auf Drittwebseiten beispielsweise durch eine extrem hohe und schnelle Abfolge von Kommentaren oder in nicht menschlicher Geschwindigkeit abgerufener Informationen auffallen erhalten eine höhere Risk Score.

Anschließend nutzt reCAPTCHA v3 diese Kennzahl, um bei nicht auffälligen Ergebnissen die Aktion der Nutzer ohne zusätzliches störendes Captcha zuzulassen. Bei auffälligen Nutzern ist eine weitere Authentifizierung nötig, die beispielsweise per Verifizierung über eine SMS oder E-Mail erfolgen kann. Dies macht die Internetnutzung für normale Nutzer angenehmer, da sie nicht mehr durch störende Captchas unterbrochen werden und erhöht gleichzeitig den Aufwand von Spammern.

KI braucht noch Daten

Außerdem können Webmaster laut der offiziellen Webseite von reCAPTCHA v3 individuell die Risikobewertung beeinflussen. Dazu können zusätzliche Faktoren wie das Vorhandensein eines Accounts auf der Webseite oder die Geolocation genutzt werden.

Google hat außerdem erklärt, dass reCAPTCHA v3 noch zusätzliche Daten braucht, um die künstliche Intelligenz weiter zu trainieren. Hierfür sind vor allen Daten von Bots relevant. Eingebunden wird der neue Captcha als Javascript-Element, das dann im Hintergrund das Verhalten der Nutzer analysiert.

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