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Bezahlen per Android-Smartphone

Google Pay offiziell in Deutschland gestartet

von Robert Klatt •

Bisher werden nur wenige Kreditkarten unterstützt. Über einen Umweg können aber alle Interessierten den Dienst ausprobieren.


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Google Pay kann ab heute, nachdem es bereits drei Jahre in den USA verfügbar war, auch in Deutschland verwendet werden. Die Mobile-Payment-App erlaubt es mit einem Android-Smartphone kontaktlos per NFC-Chip zu bezahlen. Die Technik ist an nahezu allen Standorten nutzbar, die auch Bezahlung per EC- oder Kreditkarte erlauben. Die Hardware des Handlers muss nicht umgerüstet werden, sondern lediglich den EMV-Kontaktlos-Standard unterstützen, den Kunden am Kontaktlos-Logo erkennen können, das einem WLAN-Symbol ähnelt.

Nutzer müssen um mit Google Pay zu bezahlen lediglich eine Kreditkarte mit der App verbinden. Derzeit ist das Angebot der Banken mit denen eine Zusammenarbeit besteht in Deutschland noch relativ klein.

  • N26-Mastercard
  • Commerzbank-Visa
  • Commerzbank-Mastercard
  • Comdirect-Visa
  • Boon-Mastercard (virtuelle Prepaid Kreditkarte)

Die LBBW Bank und Revolut haben bereits angekündigt zeitnah ebenfalls mit Google Pay zusammenzuarbeiten.

EC-Karten können noch nicht genutzt werden

Leider unterstützt Google Pay bisher nur Kreditkarten. Girocards beziehungsweise EC-Karten können nicht genutzt werden, da die aktuell verwendete Technik keine "Tokenization“ bietet, die Google jedoch zwingend voraussetzt. Die Sicherheitsfunktion soll Diebstahl von Kartendaten verhindern, indem nicht die echten Kartendaten an das Terminal des Händlers transferiert werden, sondern nur ein einmalig verwendbarer Token. Google Pay speichert einige Token lokal auf dem Smartphone. Die Bezahlfunktion kann so auch ohne Internetverbindung genutzt werden, bis alle Token verbraucht sind.

Die Bezahlfunktion per NFC kann auch dann genutzt werden, wenn das Smartphone nicht entsperrt ist. Beträge bis 25 Euro können ohne PIN oder Fingerabdruck bezahlt werden. Genau wie bei herkömmlichen Karten die kontaktloses Bezahlen bieten reicht es, wenn das Smartphone vor das Lesegerät gehalten wird. Das Display muss allerdings aktiv sein. Apple Pay funktioniert auch bei ausgeschalteten Display des iPhones.

Nutzung aller Konten über virtuelle Kreditkarte

Die virtuelle Kreditkarte Boon kann von allen Personen genutzt werden, die Google Pay bereits jetzt ausprobieren wollen aber noch kein Konto einer der unterstützenden Banken haben. Das renommierte Unternehmen Wirecard aus München bietet die Möglichkeit an die virtuelle Kreditkarte mit Google Pay zu verbinden. Guthaben kann entweder durch eine andere Kreditkarte oder per Bankeinzug aufgeladen werden. Nach einer dreimonatigen Testphase kostet der Dienst jedoch 1,49 pro Monat, Parallel zum Start von Google Pay ist auch die neue Boon Pay App erschienen, die eine direkte Einbindungen anbietet.

Google nimmt keine Provision

Während der Presseveranstaltung zum Launch von Google Pay in Berlin erklärte ein Sprecher, dass Google an den Zahlungen nichts verdient. Die weiterhin bei den Händlern anfallenden Gebühren gehen komplett an die Banken und Kreditkartenunternehmen. Apple erhält einen Teil der Gebühren bei Nutzung ihres Zahlungsdienstes, was unteranderem ein Grund dafür ist, wieso bisher der Dienst nicht in Deutschland verfügbar ist.

Indirekt profitiert aber auch Google daran, dass möglichst viele Nutzer eine Kreditkarte in ihrem Account hinterlegen, da so beispielsweise Käufe im Play-Store schneller abgewickelt werden können von denen Google dann rund 30 Prozent Gebühr erhebt.

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