bluebit

Datenschutz contra Werbeeinnahmen

Facebook-Patent will zukünftigen Nutzer-Standort vorhersagen

von Robert Klatt •

Das umfangreiche Tracking und die Vorhersage des zukünftigen Standorts könnte Werbekunden es erlauben ihre Angebote weiter zu personalisieren.


0 Kommentare

Facebook könnte in Zukunft laut einigen Patenten, die der Konzern eingereicht hat, nicht nur den aktuellen Standort der Nutzer verwenden, um ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen, sondern noch einen Schritt weitergehen und den zukünftigen Standort ihrer Nutzer vorhersagen. Die Patente beschreiben dazu eine Technologie, die aus den bisherigen Bewegungsdaten der Nutzer vorhersagen sollen sie sich zukünftig aufhalten werden.

Die drei von Facebook beim US-Patent- und Markenamt eingereichten Patentanmeldungen sehen nicht nur die Vorhersage des Standorts der Nutzer vor, sondern auch seine Online- und Offlinezeiten. Als Basis soll für beide Vorhersagungen die aktuell bereits vorhandene Datenbasis des Unternehmens dienen, die bei vielen Nutzern neben den Onlinezeiten bereits den Verlauf ihrer Standorte über einen langen Zeitraum umfasst. Zusätzlich möchte der Konzern jedoch noch weitere Daten nutzen, um möglichst genaue Vorhersagungen treffen zu können.

Offline Trajectories

Das erste Patent mit dem Namen 'Offline Trajectories' wurde bereits am 30. Mai 2017 eingereicht. Es beschreibt eine Technologie die Facebook nutzt um aus bereits gewonnenen Standortdaten die zukünftigen Bewegungen eines Nutzers vorhersagen zu können. Zusätzlich bezieht Facebook dabei auch die Bewegungen anderer Nutzer ein, die sich zuvor am Standort des Nutzers aufgehalten haben, um so Muster zu erkennen. Dies soll laut Facebook beispielsweise dazu genutzt werden, um Daten vorzuladen, falls das soziale Netzwerk erkannt, dass ein Nutzer sich bald an einen Ort ohne Internetzugang aufhalten könnte.

Location Prediction Using Wireless Signals on Online Social Networks

Im zweiten Patent mit dem Namen 'Location Prediction Using Wireless Signals on Online Social Networks' erklärt Facebook wie das Unternehmen anhand von Signalen kabelloser Netzwerke Standorte vorhersagen kann. Dazu werden im Hintergrund verfügbare WLAN- und Mobilfunknetze aufgezeichnet. Außerdem werden auch Bluetooth- und NFC-Geräte genutzt, um Bewegungen der Nutzer vorherzusagen. Der Standort soll laut Facebook aufgrund der großen Menge an Orientierungspunkten teilweise genauer bestimmt werden können als per GPS.

Predicting Locations and Movements of Users Based on Historical Locations for Users of an Online System

Der letzte Patentantrag 'Predicting Locations and Movements of Users Based on Historical Locations for Users of an Online System' beschreibt wie Facebook anhand vorheriger Bewegungen eines Nutzers seinen zukünftigen Standort vorhersagen kann. Das Modell nutzt dabei zusätzlich die Standorte und Bewegungsdaten anderer Nutzer, um mit der größeren Datenbasis umfangreiche Zusammenhänge erkennen zu können. Facebook möchte so Ketten von Standorten bilden, die typischerweise hintereinander aufgesucht werden.

Alle Technologien haben gemeinsam, dass sie dem sozialen Netzwerk noch umfangreichere Informationen über ihre Nutzer als bereits jetzt schon vorhanden liefern können. Dies kann vor allem für Werbekunden interessant seien, die ihre Angebote noch besser personalisieren können. Laut Facebook-Sprecher Anthony Harrison ist jedoch noch nicht klar, ob die Technologien auch tatsächlich eingesetzt werden. Laut ihm sichert sich Facebook, genau wie andere Konzern auch, regelmäßig Patente, ohne bereits einen konkreten Plan für deren Nutzung zu besitzen oder daran zu arbeiten.

0 Kommentare

Kommentar verfassen