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Deutsche Telekom macht Berlin zur ersten deutschen 5G-Stadt

von Robert Klatt •

Deutsche Telekom macht Berlin zur ersten deutschen 5G-Stadt

Im neuen Netz sollen Geschwindigkeiten von mehreren Gbits/s möglich sein. Die Hardware wird wieder von Huawei geliefert. Smartphones mit 5G kommen erst 2019.


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Berlin soll laut den Plänen der Deutschen Telekom die erste 5G-Stadt Deutschlands werden. Der Netzbetreiber hat angekündigt dafür im ersten Schritt sechs Antennen in Betrieb zu nehmen. Insgesamt sollen bis zum Sommer 2018 70 Antennen an mehr als 20 Standorten in der Hauptstadt installiert werden. Die Telekom möchte durch das 5G-Cluster Testergebnisse für den kommerziellen Betrieb erhalten. Bereits im vergangenen Jahr hat die Telekom in Berlin vier 5G-Funkzellen, die auf drei Standorte verteilt sind, für einen ersten Testbetrieb errichtet.

Beim letztjährigen Testbetrieb orientierte sich die Telekom am weltweiten 3GPP-Entwurf 5G New Radio. Die Antennen befanden sich an den Standorten:

  • Winterfeldstraße (zwei Zellen)
  • Martin-Luther-Straße
  • Pohlstraße

Die nun dazu kommenden sechs kommerziellen Antennen werden von der Telekom an diesen Standorten installiert:

  • Leipziger Straße (drei Antennen)
  • Winterfeldtstraße - Standort des Telekom Inkubators Hub:raum (drei Antennen)

Das neue 5G-Cluster hat so im ersten Schritt eine Breite von maximal fünf Kilometern.

Neuer Standard fertiggestellt

Seit Dezember 2017 ist der 5G-Standard 3GPP Release 15 finalisiert. Die Deutsche Telekom kann so in ihrem neuen Netz mit dem Rollout von 5G New Radio (NR) in der Non-Standalone-Variante (NSA) beginnen. Beim ersten Testbetrieb 2017 war dies noch nicht möglich.

Beim 5G Non-Standalone Standard wird primär auf ein herkömmliches LTE-Netz gesetzt, das dank Enhanced Mobile Broadband (eMBB) jedoch höhere Datenraten bei einer gleichzeitig niedrigeren Latenz bieten soll. Bis zur Einführung von 5G SA (Standalone) soll dieser Betriebsmodus für 5G eine zentrale Rolle einnehmen. Im Verlauf des Jahres soll dann auf 5G SA umgestellt werden, bei dem LTE nur noch als Backup verwendet wird. 3GPP hat angekündigt, dass damit bereits gegen Ende des zweiten Quartals 2018 zu rechnen ist.

Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation bei der Deutschen Telekom erklärte, dass „das Unternehmen den Weg zur Einführung von 5G in 2020 konsequent weiter fortsetzen wird“. „Im Herzen von Berlin machen wir heute den nächsten entscheidenden Schritt und zeigen, dass nun bereits kommerzielle 5G Technik in unser Netz integriert wird und funktioniert. 5G wird liefern, was es in Sachen Mobilität, Geschwindigkeit und niedriger Latenz verspricht.“ 5G soll pro Funkzelle Endgeräten Geschwindigkeiten von mehreren Gigabit pro Sekunde bei Latenzen von teilweise nur einer Millisekunde bieten.

3,7-GHz-Spektrum

Die Deutsche Telekom hat angekündigt den kommerziellen 5G-Rollout im 3,7-GHz-Spektrum durchzuführen. Später soll auf ein Millimeterwellenspektrum umgestellt werden. In den USA hat der Internetprovider Verizon auf der letzten Meile Glasfaser durch eine 5G-Verbindung ersetzt. Auch die Deutsche Telekom plant mit ihrem Produkt „Virtual Fiber“ in Zukunft Kabelverbindung vermehrt durch 5G-Verbindungen zu ersetzen. Die Testlizenz für das 3,7-GHz 5G-Netz hat die Deutsche Telekom in Berlin bereits erhalten. Nun wartet das Unternehmen für die weitere Planung auf die Lizenz- und Frequenzvergabe der Bundesnetzagentur. Netzanbieter aber auch Hardwareproduzenten verlangen von der Bundesnetzagentur hier auf die früher enormen Gebühren zu verzichten, damit das Geld direkt in den Ausbau der 5G-Infrastruktur fließen kann.

Die Hardware wird wie bereits zuvor vom chinesischen Konzern Huawei geliefert. Nachdem der Test abgeschlossen ist, soll sie Teil des normalen 5G-Netzes werden. Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland sagte: „Wir stellen die Weichen für die Zukunft schon heute: Unser Netz ist einsatzbereit, wenn die ersten 5G-fähigen Smartphones auf den Markt kommen“ Mit dem Release der ersten 5G-Smartphones ist laut den Hardware-Herstellern Huawei und Qualcomm nicht vor 2019 zu rechnen.

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Sven
Bitte nicht! 5G ist super, aber es ist kein Ersatz für die letzte Meile. Klar, diese Methode ist super für Gebäude, die nicht mehr verkabelt werden können, aber der Großteil der Gebäude kann verkabelt werden und dann ist selbst Vectoring sinnvoller. Internet sollte in Gebäuden ausschließlich per Kabel kommen, denn die haben nur Vorteile und Gebäude bewegen sich nicht einfach wie Fahrzeuge. Ein Funknetz ist eben störungsanfälliger und außerdem bin ich mir nicht sicher, wie es in Zukunft mit FTTH mithalten will.
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