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Überwachung

BSI findet Spionagetools in zahlreichen Smartphones und Tablets

von Robert Klatt •

Besonders chinesische Nischenhersteller wie Ulefone liefern ihre Geräte ab Werk mit Spionagesoftware aus.


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Laut einer Untersuchung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in zahlreichen Smartphones und Tablets ab Werk Spionagetools vorinstalliert. Die Behörde hat aus diesem Grund eine amtliche Warnung ausgegeben, um eventuelle Käufer vor dem Kauf dieser Geräte vor der Überwachung durch die Hersteller zu informieren.

Bei der Untersuchung der Bonner Behörde wurde unteranderem beim S8 Pro des chinesischen Unternehmens Ulefone eine Software gefunden, die regelmäßig Daten mit Command & Control Servern des Herstellers austauscht. Das Unternehmen selbst wirbt mit dem Slogan "Ulefone ist mutig genug, Regeln zu brechen und sich an Innovation anzuhaften". Neben den übertragenen Daten hat die entdeckte Software auch noch die Möglichkeit zu prüfen welche Apps auf dem Smartphone installiert und deinstalliert wurden und das Gerät kann von Dritten ferngesteuert werden. Die Möglichkeit weitere Schadprogramme nachträglich zu installieren existiert aufgrund der umfangreichen Zugriffsrechte ebenfalls.

Polnischer Hersteller ebenfalls betroffen

Neben dem chinesischen Unternehmen Ulefone wurde auch auf dem Tablet Eagle 804 des in Polen ansässigen Unternehmens Krüger & Matz Spionagesoftware gefunden. Außerdem entdeckte die Behörde auch auf dem Blackview A10 aus China Malware, die in einer nicht mehr aktuellen Version der Firmware enthalten war. Problematisch ist hierbei auch, dass die Hersteller über ihre Webseiten sowohl beim Ulefone S8 als auch beim Blackview A10 nur die veraltete Firmware anbieten, die die fragwürdige Software enthalten. Insgesamt sollen laut dem BSI rund 20.000 Verbindungen zwischen in Deutschland verkauften Smartphones und den in China gefundenen Command & Control Servern aufgebaut werden.

Auf Nachfragen von Journalisten am Ulefone Stand auf dem aktuell stattfindenden Mobile World Congress (MWC) erklärten die Mitarbeiter, dass ihnen die Anschuldigungen der deutschen Behörde und das Existieren der Spionagesoftware unbekannt sind. 

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