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Glasfaserleitungen über Holzmasten

Breitbandausbau der Telekom erfolgt in Zukunft auch oberirdisch

von Robert Klatt •

Der oberirdische Ausbau ist schneller und günstiger. Es sollen so auch ländliche Gegenden schnelle Internetverbindungen erhalten.


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Der Breitbandausbau geht in vielen Gegenden in Deutschland trotz der ambitionierten Ziele der Bundesregierung und der großen Internetprovider nur schleppend voran. Um den langsam Ausbau zu verzögern möchte die Deutsche Telekom in Zukunft Glasfaserleitungen auch oberirdisch über Holzmasten verlegen. Derzeit erfolgt der Ausbau ausschließlich unterirdisch was zu wesentlich höheren Kosten und längeren Bauzeiten im Vergleich zur oberirdischen Verlegung führt. Der oberirdische Ausbau soll laut den Telekom vor allen in ländlichen Gegenden mit niedriger Bevölkerungsdichte erfolgten.

Masten bereits für Strom- und Telefonleitung vorhanden

Die Deutsche Telekom erklärt in einem Blogbeitrag, dass die Initiative bereits Anfang 2018 die Arbeit aufgenommen hat. Die Anfragen kommen laut dem Unternehmen meistens direkt von den jeweiligen Kommunen, die ihre bereits vorhandenen Holzmasten für den Breitbandausbau anbieten wollen. Bisher wird die Infrastruktur nur für herkömmliche Telefonleitungen und die Stromversorgung genutzt.

Die Deutsche Telekom betreibt nach eigenen Angaben im gesamten Bundesgebiet insgesamt drei Millionen Holzmasten, die eine Gesamtkabellänge von über 100.000 Kilometern abdecken. Die nun erforderlichen Glasfaserleitungen sollen ergänzt werden, ohne dass dafür neue Holzmasten aufgestellt werden müssen.

Kosten und Bauzeit sinken stark

Ursprünglich erfolgte der Ausbau des Breitbandnetzes nur über klassischen Tiefbau. Als Zwischenlösung wurde dann das sogenannte 'Trenching' eingeführt, bei dem kleine Schlitze in bestehende Straßen geschnitten werden, um so Kabel unterirdisch zu verlegen. Die Kosten und die Bauzeit sind somit im Vergleich zum Tiefbau bereits deutlich geringen. Das Verlegen der Glasfaserleitungen über Holzmasten senkt die Ausbaukosten nochmals deutlich. Laut der Deutschen Telekom können so auch Gegenden versorgt werden, deren Ausbau mit den bisherigen Methoden nicht wirtschaftlich wäre. In anderen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Australien und Kanada erfolgt die Verlegung von Glasfaserleitungen bereits seit langem oberirdisch, da wesentlich größere Distanzen überbrückt werden müssen.

Technik aus den USA

Aufgrund der großen Erfahrung amerikanischer Unternehmen im oberirdischen Ausbau greift auch die Deutsche Telekom auf Technik des Unternehmens Corning zurück, das auf Glasfaser spezialisiert ist. In Deutschland ist Corning vor allem aufgrund des Gorilla Glases bekannt, das in vielen Smartphones verbaut wird. Genutzt wird der Corning Multiport, eine Art Mehrfachsteckdose für Glasfaserleitungen. Der Mulitport kann problemlos draußen auch unter schlechten Bedingungen betrieben werden. Er erleichtert die Arbeit der Techniker, da neue Haushalte einfach verbunden werden können, ohne das Spleißen erforderlich ist.

Das Bonner Unternehmen verdeutlicht, dass der Ausbau über Holzmasten nur eine Ergänzung seien wird. Insgesamt sind für 2018 60.000 Kilometer Glasfaserausbau geplant, die zum größten Teil klassisch unter der Erde verlegt werden.

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