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Bitcoin bald für fünf Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich?

von Robert Klatt •

De Vries hat erstmals wissenschaftlich analysiert, wie viel Strom das Bitcoin-Netzwerk benötigt. Die Zahlen sind in Zeiten des Klimawandels erschreckend.


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Der Stromverbrauch durch Bitcoin-Mining Mining nimmt weltweit immer mehr zu. Bisher konnte der genaue Stromverbrauch jedoch nur ungenau abgeschätzt werden. Ein Ökonom aus den Niederlanden hat nun erstmals analysiert wie hoch der Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks wirklich ist und wie er sich in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Werte sind erschreckend und zeigen deutlich die negativen Effekte von Bitcoin und anderen Kryptowährungen auf das Klima, durch den enormen Stromverbrauch beim Mining.

Stromverbrauch bis zu 7,67 Gigawatt

Laut einer Analyse von Alex de Vries beträgt der Stromverbrauch aktuell bereits mindestens 2,55 Gigawatt. In den nächsten Jahren könnte er sogar auf 7,67 Gigawatt ansteigen. Die Analyse und die Methodik wurde im Zuge des Peer-Review Prozesses von anderen Wissenschaftler geprüft und im renommierten Wissenschaftsmagazin Joule veröffentlicht. Alex de Vries hat in seinem persönlichen Blog bereits zuvor Analysen rund um den Stromverbrauch der größten Kryptowährung Bitcoin veröffentlicht. Seine neue Veröffentlichung soll durch die eingesetzte Methodik und die Prüfung durch Gutachter an Glaubwürdigkeit gewinnen. Laut Alex de Vries verbraucht eine einzige Bitcoin-Transaktion so viel Energie, wie ein durchschnittlicher Haushalt in den Niederlanden im gesamten Monat.

Stromverbrauch nimmt weiter zu

Der enorme Stromverbrauch wird vor allen durch professionelle Mining-Unternehmen verursacht, die spezielle Mining-Hardware verwenden. Miner existieren einzig zum Lösen von Hashwert-Rätseln, für die sie mit Bitcoins belohnt werden. Da die Schwierigkeit sich an der Rechenleistung des Netzwerks orientiert und sich so alle 14 Tage automatisch anpasst, ist sie seit Einführung des Bitcoins fast nur gestiegen. Dies liegt an der enormen Wertsteigerung der Kryptowährung die dazu führt, dass immer mehr Rechenleistung in das Netzwerk eingebunden wird. Besonders in Gegenden mit günstigen Strom wie China und Island gefährdet der hohe Stromverbrauch bereits die Stabilität des Stromnetzes. In China wurden deshalb schon einige professionelle Mining-Betriebe durch lokale Behörden geschlossen und die Betreiber kurzzeitig inhaftiert.

Stromverbrauch nur abgeschätzt

Auch wenn die Analyse von Alex de Vries das bisher wohl genauste Ergebnis zum Bitcoin-Stromverbrauch liefert, handelt es sich trotzdem nur um eine Abschätzung mit der ein Minimum und ein Maximum des Stromverbrauchs ermittelt werden kann. Die genaue Rechenleistung des Netzwerks ist zwar bekannt, die dafür verantwortliche Hardware aber nicht. Der Stromverbrauch hängt jedoch zum großen Teil davon ab mit welcher Hardware Bitcoin errechnet werden. ASIC-Miner brauchen bei derselben Rechenleistung wesentlich weniger Strom als normale Computer, da sie speziell für das Bitcoin-Mining entwickelt wurden.

Aus diesem Grund hat De Vries errechnet, dass das Bitcoin-Netzwerk minimal 2,55 Gigawatt benötigt. Dies setzt voraus, dass das gesamte Netzwerk aus aktuellen Antminer S9 besteht, die 4 Terahash/s bei einem Stromverbrauch von 1372 Watt leisten. Nicht in die Analyse einbezogen sind Kühlanlagen, die zusätzlichen Strom benötigen. Selbst bei minimal benötigen Stromverbrauch von 2,55 Gigawatt liegt der Verbrauch somit fast auf dem Niveau von Irland, das 3,1 Gigawatt Stromverbrauch hat.

Der laut De Vries maximal Stromverbrauch liegt derzeit bei 7,67 Gigawatt. In der Praxis wird dieser Stromverbrauch jedoch keinesfalls erreicht werden, da das Mining in diesem Fall bereits nicht mehr wirtschaftlich wäre. 7,67 Gigawatt entsprechen fast dem Verbrauch von Österreich, der bei 8,2 Gigawatt liegt. De Vries schätzt jedoch, dass durch den steigenden Stromverbrauch die 7,67 Gigawatt bereits in diesem Jahr erreicht werden könnten.

De Vries schreibt in seinem Blog, dass bis Ende des Jahres bereits 0,5 Prozent des Stromverbrauchs durch Bitcoin verursacht werden könnte. Experten prognostizieren, dass der maximal Stromverbrauch des Bitcoin-Mining sogar auf 5 Prozent ansteigen könnte. Zusätzlich wird durch die zahlreichen anderen Kryptowährungen noch weiterer Strom in bisher unbekannter Höhe verbraucht.

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