bluebit

Verlust des gesamten Geschäfts?

Apple iPhone in Zukunft mit Intel statt Qualcomm LTE-Modems

von Robert Klatt •

In den kommenden iPhones werden LTE-Modems von Intel verbaut. In der Praxis sind diese im Durchschnitt jedoch 67 Prozent langsamer.


0 Kommentare

Während der Besprechung der jüngsten Quartalsergebnisse des amerikanischen Konzerns Qualcomm sagte Finanzchef George Davis, dass das Unternehmen davon ausgeht, dass „Apple in seiner nächsten iPhone-Version ausschließlich die Modems ihrer Mitbewerber verwenden wird“. Verantwortlich für den Wechsel dürfte der seit Jahren andauernde Streit der beiden Unternehmen aufgrund von Lizenzzahlungen sein. Im Zuge des Streits wurde seitens Qualcomm sogar Klage aufgrund von Geheimnisverrat gegen Apple eingereicht, da der Chiphersteller dem iPhone-Produzenten vorwirft Geschäftsgeheimnisse an den direkten Konkurrenten Intel weitergegeben zu haben. Qualcomm ist der Ansicht, dass Apple Teile der Software mit Intel geteilt hat, damit Intel schneller ein konkurrenzfähiges Produkt als Alternative für Apple entwickeln kann.

Intel Modems noch langsamer als Qualcomm Modelle

Die angeblich auf illegal weitergegeben Bestandteilen LTE-Modems von Intel sind nun fertig und sollen in den ab September erwarteten neuen iPhones verwendet werden. Apple soll laut Gerüchten den Intel XMM 7560 als LTE-Modem verbauen. Die maximale Downloadrate liegt bei 1 GBit/s. Qualcomms aktueller Snapdragon X24 schafft die doppelte maximale Downloadrate. Dies dürfte im Praxisbetrieb jedoch keinerlei Unterschied machen, da selbst die 1 GBit/s des Intel Modems ein Vielfaches der maximalen Downloadgeschwindigkeit der meisten Mobilfunknetze bietet.

Intel LTE-Modem 67 Prozent langsamer

Problematischer dürfte in der Praxis sein, dass Intel-Chips bei schwachen LTE-Verbindungen im Durchschnitt schlechtere Downloadraten als Modems von Qualcomm boten. Laut einem Test von Cellular Insights war das Intel-Modem im Schnitt 67 Prozent langsamer als das Modem der Konkurrenz. Der Test konnte durchgeführt werden, da Apple bei iPhones die in Europa verkauft werden noch auf Qualcomm Chips setzt, während die US-Version bereits mit dem Intel LTE-Modem verkauft wird.

 Gerüchte eines Wechsels seit Monaten

Erste Gerüchte darüber, dass Apple nicht länger mit Qualcomm zusammenarbeiten möchte gab es bereits vor einigen Monaten. Branchen-Experte Ming-Chi Kuo berichtete bereits im Februar, dass neu erscheinende iPhones Intel LTE-Modems verwenden werden.

Trotz der für Intel erfreulichen Meldung kann der Konzern jedoch nicht darauf vertrauen, dass er dauerhaft der exklusive Lieferant für LTE-Modems bleiben wird. Laut Kuo besteht auch die Möglichkeit, dass in Zukunft wieder Qualcomm LTE-Modems verbaut werden. Apple könnte ihre enorme Marktmacht dazu nutzen, Qualcomm Bestellungen als Konzession anzubieten, wenn Qualcomm im Gegenzug auf alle Lizenzforderungen verzichtet und die Patentklagen einstellt.

0 Kommentare

Kommentar verfassen