bluebit

Deutsches Mobilfunknetz

5G: Ausschluss von Huawei aufgrund von Kill Switch?

von Robert Klatt •

Neben der angeblich vorhandenen Spionagefunktion soll Huawei auch über einen Kill Switch verfügen, der im Ernstfall das 5G-Mobilfunknetz ausschalten könnte.


0 Kommentare

Die Diskussion um das chinesische Unternehmen Huawei und den Aufbau der kommenden 5G-Mobilfunknetzes scheint auch in Deutschland nicht abzureißen. Nachdem bereits mehrere Länder, darunter allen voran die USA verboten haben, dass das 5G-Mobilfunknetz mit Komponenten des Unternehmens aufgebaut wird, scheint auch in Deutschland ein Ausschluss von Huawei bevorzustehen. Laut Recherchen der ARD sollen mehrere deutsche Sicherheitsbehörden inzwischen diesen drastischen Schritt fordern. Neben der angeblich vorhandenen Spionagemöglichkeiten befürchten die Behörden auch einen 'Kill Switch' mit dem die Chinesen im Ernstfall das gesamte 5G-Mobilfunknetz aus der Ferne abschalten könnten.

Gerhard Schindler, ehemaliger Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND):

"Wer diese Technologie bereitstellt, ist auch in der Lage, Kommunikation abzuhören. Man kann Sicherheitssysteme einbauen, aber das Risiko bleibt."

Kill Switch zur Deaktivierung aus der Ferne

Der sogenannte 'Kill Switch' könnte zum Beispiel im Falle eines Krieges oder einer ernsten politischen Auseinandersetzung dazu genutzt werden, dass deutsche 5G-Mobilfunknetz aus China zu deaktivieren. Eine von der ARD namentlich nicht genannte Sicherheitsbehörde schätzt das Risiko hierfür als sehr groß ein, Beweise für das Vorhandensein wurden bisher jedoch nicht vorgelegt.

Gerhard Schindler, ehemaliger Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND):

"Ein solches Szenario kann man sich durchaus vorstellen. Wenn diese Module abgeschaltet werden, sind wir in keiner Weise darauf vorbereitet und könnten nicht reagieren."

Spionagefunktion und Kill-Switch bisher nicht gefunden

Bisher konnte zwar keine deutsche Sicherheitsbehörde und auch keines der Länder, die Huawei bereits vom 5G-Mobilfunknetzausbau ausgeschlossen haben Beweise für einen Kill-Switch oder eine Spionagefunktion vorlegen, laut Martin Schallbruch, stellvertretender Direktor des Digital Society Instituts der European School of Management and Technology (ESMT) und ehemaliger Abteilungsleiter für Informationstechnik im Bundesinnenministerium sei 5G jedoch eine Schlüsseltechnologie der nächsten 20 Jahre, bei der es nicht nachvollziehbar ist Risiken durch den Einsatz des chinesischen Netzwerktechnik einzugehen.

Auch die chinesischen Gesetze sprechen für einen Verbot von Huawei. Wie Gerhard Schindler erklärte, sind Unternehmen in China dazu verpflichtet auf Wunsch der Regierung Informationen aus dem Ausland zu übermitteln. Die Argumentation von Schindler folgt damit der Grundlage, auf der Huawei beim 5G-Ausbau in den USA ausgeschlossen wurde. Huawei bestreitet stets, dass es ein solches Gesetz gibt und das Unternehmen daher keine Pflicht hat Daten an die dortige Regierung zu übermitteln.

0 Kommentare

Kommentar verfassen