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Strategieänderung

WhatsApp bald mit Werbung – Gründer verlässt Unternehmen

von Robert Klatt •

Laut einem Interview wird Facebook schon bald WhatsApp zur Ausspielung von Anzeigen nutzen. Inzwischen habe beide Gründer das Unternehmen verlassen.


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Laut einem Interview das CNBC mit David Marcus dem Vice President of Messaging Products bei Facebook geführt hat, plant der Konzern aktuell WhatsApp schon bald für Werbekunden zu öffnen. Bereits vor einigen Tagen gab es erneut Spekulation über die baldige Einführung von Werbung, als WhatsApp-Gründers Jan Koum das Unternehmen verlassen hat. Marcus sagte während des Interviews, dass „sie was die Werbung angeht, WhatsApp definitiv offener gestalten werden.“

Koum soll laut einem Artikel der Washington Post Facebook verlassen haben „wegen der Strategie des beliebten Nachrichtendienstes und der Versuche von Facebook, seine persönlichen Daten zu nutzen und die Verschlüsselung zu schwächen.“ Laut Marcus soll es zwischen Koum und Facebook dabei keinen Streit gegeben haben, bevor er das Unternehmen verlies. Er erklärte, dass Koum lediglich etwas anderes machen möchte und es keine internen Meinungsverschiedenheiten über die Nutzung der WhatsApp-Daten und die geplante Werbung gab.

#DeleteFacebook

Brian Acton der gemeinsam mit Koum WhatsApp gegründet hatte, hat das Facebook Tochterunternehmen bereits im vergangenen November verlassen und anschließend den Konkurrenz Messenger Signal mit 50 Millionen Dollar unterstützt. Ausgelöst durch den Datenskandal um inzwischen insolvente britische Firma Cambridge Analytica wurde Acton Teil der #DeleteFacebook-Kampagne, in der auch einige andere Führungskräfte des sozialen Netzwerks organisiert sind. Die Washington Post berichtet jedoch, dass Koum bereits bevor der Skandal bekannt wurde beschlossen hat Facebook zu verlassen.

1,5 Milliarden Nutzer pro Monat

Auch die kürzliche Veröffentlichung von WhatsApp Business deutet daraufhin, dass Facebook den Messenger und die große Nutzerbasis vermehrt monetarisieren möchte. Mit rund 1,5 Milliarden aktiven Nutzern pro Monat ist WhatsApp der weltweit größte Messaging-Dienst.

Die beiden WhatsApp Gründer Koum und Acton waren seit Gründung des Unternehmens Online-Werbung gegenüber kritisch eingestellt. Bereits 2012 schrieben sie in Unternehmensblog, dass „niemand aufgeregt aufwacht, um mehr Werbung zu sehen; niemand geht schlafen und denkt an die Anzeigen, die er morgen sehen wird“. Die Gründer beschrieben Online-Werbung als„eine Störung der Ästhetik, eine Beleidigung Ihrer Intelligenz und die Unterbrechung Ihres Gedankengangs“.

Dass sie trotzdem dem Verkauf an Facebook zugestimmt haben wirkt daher merkwürdig. Sie erklärten jedoch in einem Blogbeitrag rund um die Übernahme, dass „WhatsApp autonom bleiben wird und unabhängig arbeiten kann“. Außerdem erklärten sie damals, dass „Nutzer sich immer noch darauf verlassen können, dass keine Werbung Ihre Kommunikation unterbricht.“

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