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350 Millionen Dollar

Verkauft Intel ihren Virtual Reality Brillen Geschäftsbereich?

von Robert Klatt •

Intel steht angeblich vor einem Verkauf der VR-Sparte, obwohl noch in diesem Jahr ein Produkt für Endkunden auf den Markt kommen soll.


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Der VR-Geschäftsbereich des Chipgiganten Intel wird aktuell mit rund 350 Millionen Dollar bewertet. Es umfasst 200 Mitarbeiter, die an Standorten in den USA, der Schweiz und Israel neue Produkte entwickeln. Der Verkauf wäre überraschend, da Bloomberg noch vor kurzem berichtete, dass Intel noch in diesem Jahr ein fertiges Konsumentenprodukt auf den Markt bringen wird. Die VR-Brille aus dem Hause Intel soll laut mit dem Vorgang vertrauten Personen über Bluetooth mit mobilen Geräten verbunden werden. Mit Hilfe eines Laserprojektors sollen dann Informationen direkt in die Augen des Nutzers und auf die Linse der Brille eingeblendet werden. Aktuell trägt die Technologie den Namen Superliegt. Der Geschäftsbereich hat den Namen Vaunt.

Die vertraulichen Quellen berichtet davon, dass Intel neben einem Verkauf auch den Einstieg mehrerer Investoren in Betracht zieht. Laut Bloomberg soll es dabei nicht um die Finanzierung gehen, sondern darum Partner mit starken Branchen- und Designkenntnissen zu gewinnen. Außerdem soll der Vertrieb so ausgebaut werden. Der Konzern selbst hat noch keine Stellung zu dem Bericht bezogen.

Abhängigkeit von der Halbleitersparte reduzieren

Intel ist aktuell stark von ihrem Kerngeschäft der Entwicklung und dem Verkauf von Prozessoren abhängig. Der Konzern versucht seit längeren auch in anderen Geschäftsbereichen Fuß zu fassen. Im Jahr 2015 hat Intel durch die Übernahme des Projekt Recon schon einmal versucht, ein Wearable am Markt zu etablieren. Der Versuch ist gescheitert. Auch die Eigenentwicklungen Basis Peak und B1 musste Intel zurückrufen. Der Konzern reagierte auf die Misserfolge mit Entlassungen in der New Devices Group im Jahr 2016. Im Mai 2017 brachte Intel das Partner-Programm für die Recon-Technologie auf den Markt, das überwiegend auf Businesskunden ausgerichtet war. Bisher ist es dem Konzern nicht gelungen einen relevanten Marktanteil mit eigenen Produkten zu gewinnen.

Ein Großteil des aktuellen VR-Teams von Intel stammt noch aus der Firmenübernahme des Konkurrenten Vaunt. Sollte Intel mit der eigenen Consumer-VR-Brille erneut scheitern, könnte sich der Konzern als Lieferant von Komponenten für andere Hersteller in diesem Bereich anbieten. Google ist einen ähnlichen Schritt gegangen. Auch der Suchmaschinengigant bietet sein Google Glass nicht mehr für Endkunden an, sondern richtet sich vor allen an Geschäftskunden.

Die anfangs hohen Markterwartungen an VR-Brillen konnten sich überwiegend nicht bewahrheiten. Inzwischen gelten VR-Brillen vor allen als Nischenprodukte. In der Logistik und bei Fieldservices werden sie aber beispielsweise produktiv eingesetzt. Analysten gehen jedoch davon aus, dass der Markt in den nächsten Jahren ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar erreichen wird.

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