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80.000 Facebook-Postings veröffentlicht

Russische Kampagne erreichte per Facebook 126 Millionen US-Amerikaner

von Dennis Lenz •

Russland soll per Online-Kampagnen Unruhe in den US-Wahlkampf gebracht haben und so über Facebook 126 Millionen US-Amerikaner erreicht haben. 


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Facebook gibt an, dass Russland mit 80.000 Facebook Postings etwa ein Drittel der US-Amerikaner erreichen konnte. Russland wird vorgeworfen das soziale Netzwerk missbraucht zu haben, um sich in den US-Wahlkampf einzumischen und politische Zwietracht zu verursachen.

Die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, und Google+ müssen sich aktuell vor mehreren Ausschüssen des US-Parlaments zum Thema der russischen Einwirkung auf die Politik der USA verantworten. Die in den USA beheimateten Konzerne konnten für ihre Aussagen vor den Ausschüssen neue Informationen gewinnen. Die Anzahl der russischen Postings soll noch weit über die bereits bekannten russischen Polit-Beiträge die über Facebook verbreitet wurden hinausgehen. Allein Facebook hat etwa 80.000 Beiträge gefunden, die etwa 126 Millionen US-Bürger erreicht haben sollen.

Die 80.000 Beiträge sollen von russischen Regierungs-Mitarbeitern im Zeitraum vom Anfang 2015 bis August 2017 geschrieben worden sein. US-Medien berichten, dass Facebook diese Zahlen schriftlich vor der Zeugenaussage an das Parlament übermittelt hat. Aktuell sind die von Facebook erstellten Dokumente mit der Zusammenfassung der Vorfälle noch nicht öffentlich einsehbar.

Die Beiträge der russischen Trolle erschien in den Facebook News-Feeds von circa 29 Millionen US-Nutzern, die durch ihr Teilen der Beiträge die Anzahl der Empfänger auf insgesamt 126 Millionen ausgeweitet haben. Die umsonst veröffentlichen Beiträge auf Facebook hätten damit eine größere Personenzahl erreicht, als die etwa 3.000 bezahlen Werbebeiträge zu streitigen US-Politikthemen, die Russland im Zeitraum zwischen Juni 2015 und Mai 2017 ebenfalls veröffentlicht hat.

Neben Facebook waren auch noch andere soziale Netzwerke von der russischen Propaganda betroffen. Instagram, das zu Facebook gehört, hat insgesamt 170 verdächtigte Profile gesperrt, die für insgesamt 120.000 Beiträge verantwortlich sind. Google soll russische Werbeanzeigen für insgesamt 4.700 Dollar vermittelt haben. Außerdem wurden auf YouTube 18 Kanäle mit entsprechenden Inhalten gefunden und umgehend entfernt. Verbreitet wurden über YouTube 1.108 Videos, die von Juni 2015 bis November 2016 309.000-mal angeschaut wurden. Die US-Wahl, die von den Beiträgen beeinflusst werden sollte, fand im November 2016 statt.

Twitter hat bisher von nur 200 gesperrten Konten gesprochen, im Bericht an das Parlament hat das Unternehmen die Zahl jedoch auf 2.752 deutlich nach oben korrigiert. Als Reaktion hat Twitter entschieden, keine bezahlte Werbung des russischen TV-Senders Russia Today (RT) und des russischen Radio-Senders Sputnik mehr zu akzeptieren. Die anderen Funktionen des Mikro-Blogging-Anbieters stehen RT und Sputnik aber weiterhin offen. Google gab an, ab dem kommenden Jahr darauf zu achten, dass Werbung zu US-Politikthemen nur noch von Personen, Gruppen und Unternehmen geschaltet werden kann die in den USA ansässig sind.

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