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Licht und Tastsensor

Roboter-Finger für Smartphones und Tablets vorgestellt

von Robert Klatt •

Der künstliche Finger soll demonstrieren welche Auswirkungen die Robotik in Zukunft aus den Alltag haben kann. Kommerzielle Hintergründe gibt es nicht.


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Die französischen Wissenschaftler Marc Teyssier, Gilles Bailly, Catherine Pelachaud und Eric Lecolinet haben einen Roboter-Finger entwickelt, der an beliebige Smartphones und Tablets angeschlossen werden kann. Das Forschungsprojekt mit dem Namen MobiLimb soll zeigen, welche Möglichkeiten die Robotik und Sensorik bereits jetzt für die Erweiterung von Alltagsgegenständen bietet. Der Robotor-Finger besteht aus mehrere unabhängig voneinander beweglichen Gliedern und einem Sensor an der Fingerkuppe der ausgetauscht werden kann. Der Finger kann entweder vom Benutzer verstellt werden oder vom Smartphone per Software gesteuert werden.

Details zur Entwicklung und Konstruktion zeigen die Wissenschaftler auf der Webseite des Projekts. Die fünf Servos des Roboter-Fingers werden von einem Arduino-Mikrocontroller gesteuert. Die Verbindung erfolgt per Micro-USB-Port. Als Software setzen die Wissenschaftlicher die Unity-API ein, für die sie ein eigenes Plug-in entwickelt haben mit dem der Mikrocontroller kontrolliert wird.

Verschiedene Bewegungen möglich

Die Bewegungsmöglichkeiten des Roboter-Fingers ähneln einem echten Finger stark. Er kann am Smartphone angeschlossen auf den Tisch tippen und so signalisieren, dass eine Nachricht angekommen ist oder ein Termin bevorsteht. Auch wenn der Nutzer sein Smartphone in der Hand hält kann der künstliche Finger durch Streichbewegungen Signale abgeben. Durch seinen hohen Bewegungsradius kann er außerdem über das Display des Smartphones streichen und sich so selbstständig durch Inhalte bewegen. Außerdem kann der Roboter-Finger als flexible anpassbarer Smartphone-Ständer eingesetzt werden, der stets den optimalen Betrachtungswinkel ermöglicht. Das Smartphone kann des Weiteren am MobiLimb festgehalten werden, da der künstliche Finger auch wie ein Griff arbeitet.

Die elektronischen Bauteile und die Mechanik können mit verschiedenen Bezügen ausgestattet werden. Eine Art "künstliche Haut" aus Silikon lässt den Finger dabei aussehen wie der Finger eines realen Menschen. Alternativ gibt es beispielsweise einen Überzug aus künstlichem Katzenfell, bei dessen Benutzung auf dem Smartphone eine Katze angezeigt wird, die auf Interaktionen mit dem MobiLink reagiert. Der Finger kann somit nicht nur über die Software gesteuert werden, sondern auch durch Interaktionen zwischen der Hardware und dem Benutzer durch reale Berührungen.

Sensoren können getauscht werden

Die Fingerkuppe des MobiLimb ist ebenfalls flexibel austauschbar. Bisher haben die Wissenschaftler hier ein LED-Licht und einen Sensor vorgestellt, der auf Berührungen reagiert.

Auch wenn die Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis aktuell kaum gegeben sind, zeigt das Forschungsprojekt eindrucksvoll die bereits vorhandenen Möglichkeiten der Robotik. Details der wissenschaftlichen Demonstration haben sie in einem Paper veröffentlicht.

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