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Mobilfunk-Standard

Mobile Glasfaser - 5G-Spezifikation mit 20 GBit/s und 1 ms Latenz

von Robert Klatt •

Die neue 5G Technik soll ab 2020 kommerziell verfügbar sein. In Deutschland soll sie von kleineren Anbietern auch als Glasfaserersatz genutzt werden.


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Während eines Treffens im kalifornischen La Jolla haben Mitte Mai rund 600 Angestellte verschiedener Netzbetreiber, Zulieferer und Chip- sowie Smartphone-Hersteller und andere Unternehmen aus dem Mobilfunkbereich den finalen Schritt für die Spezifikation des kommenden 5G-Mobilfunk-Standards definiert. Wie die Standardisierungsorganisation 3GPP erklärt wurde so während des Treffens der letzte zentrale Teil der 5G-Spezifikation festgelegt. Trotz der großen Zahl der beteiligten Unternehmen konnte das Standalone Release 15 so pünktlich verabschiedet werden.

Die sogenannte „5G NR specification for non-standalone operation“ wurden bereits im Dezember 2017 fertiggestellt. Sie definieren wie ein 5G-Netz dank einer Mobilfunkerweiterungen mit einem 4G-Kernnetz arbeiten kann.

Kommerzialisierung der 5G-Technik

Nachdem der nötige Standard nun fast vollständig ausgearbeitet ist, machen sich die beteiligten Firmen im „"finalen Sprint“ daran, die 5G-Technik für den kommerziellen Betrieb vorzubereiten. Da das Standalone Release nicht mehr von der 4G-Technik abhängig ist, kann die Industrie nun mit der Entwicklung neuer Hard- und Software beginnen. Zentrale Punkte der SA-Spezifikation ist der neue NG-Core eine Ende-zu-Ende-Netzwerk-Architektur mit der besonders kurze Latenzen im Mobilfunknetz möglich sind. Dies wurde vor allen von industriellen Großkunden stark nachgefragt. Die 3GPP spricht mit der Verabschiedung des Standards von "neuen Geschäftsmodelle“ und einer „neuen Ära“ der weltweiten Vernetzung aller Geräte.

Balázs Bertényi, Vorsitzender der 3GPP-Arbeitsgruppe TSG RAN, erklärte, dass er eine deutliche Steigerung der Datentransferraten in den kommenden Jahren erwartet. Erste kommerzielle Netze sind ab 2020 zu erwarten. Anfangs sollen die Geschwindigkeiten bei bis zu 10 GBit/s liegen, maximal sind später aber sogar 20 Gbit/s möglich. Auch die Latenz soll unter guten Bedingungen auf unter 1 ms sinken und sich somit auch für die Kontrolle kritischer Systeme aus der Industrie eignen.

Drei Jahre Arbeit

Insgesamt hat die Ausarbeitung der Spezifikationen rund drei Jahre Arbeit hunderter Ingenieuren in Anspruch genommen. In den vergangenen Monaten gab es bereits erfolgreiche Praxistest zum Beispiel von der Telekom in einigen Bereich Berlins, die zeigen, dass der neue Standard bereits gut funktioniert. Während der Tests wurde das ehemals von WiMax genutzt 3,5-GHz-Band genutzt, da die Technik seit Jahren nicht mehr verwendet wird und die Frequenz somit frei ist.

Versteigerung der Frequenzen folgt

Im nächsten Schritt werden die benötigten Frequenzen für den 5G-Betrieb nun an die verschiedenen Mobilfunkanbieter versteigert. In Deutschland fordert der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) dazu "regionale Zuteilung bestimmten Frequenzspektrums" sowie eine "Diensteanbieter- und MVNO-Verpflichtung". Geplant sind laut der Bundesnetzagentur (BNetzA) neue Frequenzen zwischen 3700 und 3800 MHz, die von kleineren regionalen Anbietern genutzt werden können. Die rund 170 kleineren lokalen Betriebe könnten 5G nutzen um Kunden kabellos mit schnellen Internetanschlüssen zu versorgen.

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