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Reaktion auf EU-Urteil

Lizenzgebühr - Google verlangt pro Android-Smartphone bis zu 40 Dollar

von Robert Klatt •

Je nach Region und Pixeldichte beträgt die Gebühr bis zu 40 Dollar. Google will so durch ein EU-Urteil entgangene Werbeeinnahmen ausgleichen.


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Mitte Juli hat die EU-Kommission Google zu einer Strafzahlung von 4,34 Milliarden Euro verurteilt, weil sie die Ansicht vertritt, dass das Unternehmen durch die vorinstallierten Google-Apps und Dienste wie zum Beispiel Chrome und die Google-Suche ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht. Das Urteil zwingt Google außerdem dazu zukünftig Android nicht mehr mit bemängelten Diensten zu koppeln.

Problematisch für Google ist, dass so vermutlich auch ein Teil der Werbeeinahmen entfällt, die für den amerikanischen Konzern jedoch die größte Einnahmequelle darstellen. Laut Google werden die Werbeeinnahmen auch maßgeblich dazu verwendet Android und andere kostenfreie Dienste wie Gmail und Google Drive zu finanzieren. Da diese Einnahmequelle durch das Urteil deutlich kleiner wird, sollen in Zukunft Lizenzgebühren pro verkauftem Android-Smartphone von den Herstellern erhoben werden.

Maximal 40 Dollar pro Smartphone

Die Lizenzgebühr wird auf alle Smartphones erhoben, die in Europa mit Android sowie dem Play Store und anderen Google-Apps verkauft werden. Je nach Region und Gerät liegt sie bei maximal 40 Dollar. Laut internen Unterlagen die dem Magazin The Verge vorliegen wird außerdem berücksichtigt ob es sich um ein Tablet oder Smartphone handelt und welche Pixeldichte das Display hat. Eingeführt wird die Lizenzgebühr ab dem 1. Februar 2019.

Länder in drei Kategorien unterteilt

Neben dem Gerät hängt die Lizenzgebühr auch von der Region ab, in der es verkauft wird. Dazu wurde Europa in drei Kategorien unterteilt.

Die höchsten Gebühren fallen in Großbritannien, Deutschland, Norwegen, Schweden und den Niederlanden an. Ein Gerät mit einer Pixeldichte von mehr als 500 ppi hat hier eine Lizenzgebühr von 40 Dollar, bei 400 bis 500 ppi sind es 20 Dollar und bei Displays mit weniger als 400 ppi 10 Dollar. In einigen ärmeren Ländern beträgt die minimale Lizenzgebühr lediglich 2,50 Dollar.

Die Verknüpfung der Höhe der Lizenzgebühr und der Pixeldichte erfolgte vermutlich, weil das Display üblicherweise das teuerste Bauteil eines Smartphones ist und so Rückschlüsse auf den Gerätepreis möglich sind. Bei Tablets wird eine pauschale Gebühr von 20 Dollar erhoben, die unabhängig vom Land und der verbauten Hardware ist.

Sondervereinbarung kann Lizenzgebühr umgehen

Smartphone-Hersteller haben die Möglichkeit Sondervereinbarungen mit Google zu treffen, die sie von der Zahlung der Lizenzgebühr entbinden. Dazu müssen sie auf ihren Smartphones jedoch den Chrome-Browser und die Google-Suche vorinstallieren. Google beteiligt sie im Gegenzug zusätzlich an den erzielten Werbeeinnahmen.

Ob Android-Smartphones durch die neuen Gebühren in Europa tatsächlich teurer werden oder die Gebühr von den Herstellern beziehungsweise ihrer Gewinnmarge getragen wird muss sich noch zeigen. Analysten gehen davon aus, dass ein Großteil der Hersteller eine Vereinbarung mit Google treffen wird, um die Lizenzgebühren zu umgehen.

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