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Qualität im Netz

Grimme Online Award an acht Internet-Angebote verliehen

von Robert Klatt •

Der begehrte Award zeichnet Internet-Angebot mit besonderen Inhalten aus. Dieses Jahr waren neben Webseiten auch Social-Media-Angebote dabei.


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Der Grimme Online Award gilt im deutschsprachigen Raum als eine der angesehensten Auszeichnung für Internet-Portale. Insgesamt wurden bei der diesjährigen Preisverleihung acht Webseiten für ihre hoch qualitative Arbeit durch die Jury ausgezeichnet. In einigen Kategorien wurde aus Mangel geeigneter Webseiten kein Sieger gekürt. Der Grimme Online Award wird seit 2001 verliehen und ist nicht mit einem monetären Gewinn verbunden.

Warnende Worte der Jury

Während der Vergabe des Awards verteilte die Jury nicht nur viel Lob an die Gewinner, sondern warnte auch davor, dass die Branche sich "aktuell in einer Phase der Konsolidierung" befinde und es kaum noch Experimente und wirklich neues im Internet gibt. Die Jury schreibt dazu in ihrem Statement, dass "die Zeit der Experimente vorbei zu sein scheint, und dass sich Standards in Aufbereitung und im Storytelling für digitale Formate etabliert haben." Vermisst werden laut der Jury vor allem Angebote die Interaktion und crossmedialen Möglichkeiten nutzen, die so nur das Internet bietet.

28 Nominierte und 8 Sieger

Insgesamt waren 28 Webseiten für ihre Angebote nominiert. Die komplette Liste findet man beim Grimme Online Award. In einigen großen Kategorien wie „Information“ konnte die Jury jedoch keinen Sieger finden. Den größten Teil der acht vergebenen Preise konnten Webseiten der Kategorie „Kultur und Unterhaltung“ gewinnen.

Die Sieger

  • maiLab“ - Die promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim nutzt ihren YouTube-Kanal dafür wissenschaftliche Zusammenhänge und Probleme für die Allgemeinheit verständlich zu erklären. Sie behandelt dabei vor allen Alltagsfragen wie zum Beispiel die Frage ob Smoothies wirklich gesünder als Cola sind. Ihr Angebot ist Teil des ARD/ZDF-Netzwerk Funk. Neben der Auszeichnung der Jury konnte Nguyen-Kim auch die Publikumsabstimmung für sich entscheiden.
  • Riffreporter“ – Das Portal zeichnet sich vor allen durch das innovative Geschäftsmodell aus. Eine Genossenschaft aus freien Journalisten baut sich über die Plattform eine Leserschaft für ganz unterschiedliche Themen auf. Leser können dann frei durch Spenden ihre Favoriten unterstützen.
  • "Bewegte Jahre. Auf den Spuren der Visionäre" – Die Webseite des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg zeigt innovativ seine Jugendstil-Sammlung im Netz. Ein fiktiver Reporter führt dabei Besucher auf einer virtuellen Reise durch die Entstehungszeit der Werke des Museums.
  • "Ein deutsches Dorf" – Die Webseite des 37. Abschlussjahrgang der Henri-Nannen-Schule zeigt das Alltagslebens eines kleinen Dorfes im Emsland. Die Präsentation wird dabei durch den Einsatz verschiedener Multimediaformate unterstützt.
  • "Mädelsabende" – Der feministische Instragram-Account des WDR ist eine willkommen Abwechselung zur sonst „oberflächlichen Instagram-Traumwelt“ und soll seine Betrachter zum Diskutieren und Nachdenken anregen.
  • "Sommers Weltliteratur to go" – Auch der YouTube Kanal des Dramaturgen Michael Sommer erhielt die begehrte Auszeichnung der Jury. Sommer zeigt auf seinem Kanal die wichtigsten Informationen zu Werken der Literaturgeschichte auf eine unterhaltsame Weise. Dazu nutzt er Playmobilfiguren, um die Inhalte zu vermitteln.
  • "Deutschland spricht" – Das Projekt von „Zeit Online“ brachte im Zuge der Bundestagswahl Menschen mit extrem unterschiedlichen politischen Ansichten zu Diskussionen zusammen. Die Jury ist der Ansicht, dass dies "ein Journalismus ist, der so der Polarisierung entgegenwirkt und den gegenseitigen Respekt politischer Gegner voranbringt."
  • Raul Krauthausen“ – Der behinderte Aktivist Raul Krauthausen nutzt das Internet um für Inklusion zu kämpfen und Menschen das Thema Behinderung zu erklären. Dafür erhielt er den Preis für seine persönliche Leistung.
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