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Project Maven

Google-Mitarbeiter kündigen Job aufgrund von Militär-Projekt

von Robert Klatt •

Google-Mitarbeiter kündigen Job aufgrund von Militär-Projekt

Ein neues Projekt soll in Zusammenarbeit mit dem US-Militär durch künstliche Intelligenz Bilder von Drohnen automatisch auswerten.


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Google arbeitet vom sogenannten Project Maven eng mit dem US-Militär zusammen. Es soll so eine Software entwickelt werden, die mit künstlicher Intelligenz Bilder von Überwachungsdrohnen vollkommen selbstständig auswerten kann. Das Projekt ist bereits seit Bekanntwerden auch unternehmensintern in der Kritik. Trotzdem hält Google weiterhin an der Zusammenarbeit mit dem Militär fest. Als Reaktion haben nun die ersten Google-Entwickler gekündigt, um so ihrem Protest Wirkung zu verleihen.

Keine direkte Unterstützung bei Kriegszwecken

Das Google mit in verschiedenen Projekten mit US-Behörden und anderen Regierungsorganisationen arbeitet ist seit Jahren bekannt. Google verschweigt diese Kooperationen zwar nicht versucht jedoch, dass Berichte darüber nicht ausarten. Project Maven ist jedoch das erste Mal, dass es im Konzern Widerstand gegen ein solches Projekt gibt. Offiziell soll das Projekt zwar nicht direkt Kriegszwecke unterstützen, die Mitarbeiter sehen aber trotzdem den Ruf des Unternehmens in Gefahr. Bisher gab es keine Reaktion des Konzerns auf die Proteste der Mitarbeiter.

Kündigungen nehmen zu

Dies könnte sich bald jedoch ändern. Laut einem Medienbericht haben in den vergangenen Tagen die ersten Mitarbeiter als Reaktion ihre Kündigung eingereicht. Sie sehen in der Zusammenarbeit mit dem US-Militär einen Widerspruch zu den Firmenwerten von Google („Don't be evil“). Interne Proteste über das Projekt wurden bereits Anfang März bekannt. Google hat jedoch bisher außer einer knappen Stellungnahme nicht auf die Proteste ihrer Mitarbeiter reagiert.

Ein offener Brief an den Google-CEO Sundar Pichai erhielt bereits im März 3.000 Unterschriften. Inzwischen ist die Anzahl auf über 4.000 Unterzeichner angestiegen. Da das Unternehmen trotzdem nicht reagiert hat, haben nun die ersten Mitarbeiter auch Protest das Unternehmen verlassen. Welche Mitarbeiter dies sind, aus welchen Bereichen sie kommen und welchen Rang sie hatten ist nicht bekannt.

TensorFlow im Fokus

Im Fokus der Entwicklung steht TensorFlow, eine Plattform für künstliche Intelligenz. Google könnte die Plattform zukünftig auch einsetzen, um Bilder von Militär-Drohnen auszuwerten. Ob Kündigungen aus dieser Abteilung vorliegen ist unbekannt. Es klingt jedoch wahrscheinlich, dass Mitarbeiter die durch ihre Entwicklungen das Projekt direkt unterstützten als erstes den Konzern verlassen würden.

Wie kritisch Google die Kündigungen und den Protest unter den verbleibenden Mitarbeitern unternehmensintern bewertet ist schwer einzuschätzen. 12 Kündigungen sind natürlich bei rund 85.000 Mitarbeitern keine außergewöhnliche Belastung. Sollten die Proteste jedoch anhalten und das Projekt langfristig für eine negative Stimmung sowie weitere Kündigungen sorgen, kann es auch für Google deutliche Auswirkungen haben. 4000 Unterzeichner entsprechen etwa vier Prozent der Angestellten.

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