bluebit

Zugriff auf Transaktionen der Nutzer?

Facebook will per Messenger Bankdienstleistungen anbieten

von Robert Klatt •

Laut dem Unternehmen soll dabei kein Zugriff auf Finanzdaten erlangt werden. Ob man diesem Versprechen glauben kann ist jedoch fraglich.


0 Kommentare

Laut einem Bericht des Wallstreet Journals (WSJ) hat Facebook Kontakt zu den großen US-Banken wie beispielsweise US Bancorp, JPMorgan Chase, Wells Fargo und Citigroup aufgenommen, da das soziale Netzwerk schon bald Dienstleistungen zur Kundenbetreuung auch für Banken anbieten möchte. Dies wurde bereits von einem Sprecher des Unternehmens bestätigt. In Kooperation mit Banken und Kreditkartenunternehmen möchte Facebook so Möglichkeiten zur Kontoführung und zum Kundenchat über den Messenger des sozialen Netzwerks anbieten.

Zugriff auf finanzielle Details der Nutzer

Facebook soll dabei keinen Zugriff auf Transaktion und Finanzinformationen der Nutzer erhalten, obwohl der Bericht des WSJ dies ebenfalls behauptet. Ein Sprecher erklärte, dass "die aktuelle Geschichte des Wall Street Journal, dass wir Finanzdienstleister aktiv nach Finanztransaktionsdaten fragen, nicht wahr ist".

Der Bericht des WSJ Journal bezieht sich auf "mit dem Thema vertraute Quellen". Auch der Widerspruch von Facebook lässt Interpretationsspielraum offen und es ist nicht klar ersichtlich auf welche Daten Facebook Zugriff erhalten würde. Das Unternehmen bestätigte lediglich, dass die Kontoführung und die Kommunikation mit den Banken zukünftig auch über den Messenger ablaufen sollen, da diese Wege laut ihnen einfacher sind als telefonisch die Informationen zu erfragen.

Verhandlungen von einer Bank bereit gescheitert

Derzeit sollen die angesprochenen Banken jedoch noch große Bedenken wegen der Datensicherheit haben. Eine Bank soll bereits die Verhandlungen abgebrochen haben, da sie mit dem jüngsten Datenskandal um Facebook und Cambridge-Analytica im Hinterkopf, Angst um die Privatsphäre und die Sicherheit ihrer Kundendaten hat. Derzeit kaufen noch Ermittlungen gegen Facebook und Cambridge-Analytica, die die Verhandlungen mit den Geldhäusern erschweren.

Das soziale Netzwerk versucht diese Bedenken durch ein Datenschutzversprechen zu beseitigen. Laut einem Sprecher des Unternehmens werden „die Bankdaten für nichts anderes - weder für Werbezwecke noch sonst irgendetwas genutzt. Außerdem können die Kunden frei entscheiden, ob sie ihr Konto zukünftig über den Facebook-Messenger steuern möchten. Wie glaubhaft dieses Versprechen ist, ist jedoch fraglich. Auch vor der WhatsApp-Übernahme wurde ein ähnliches Versprechen abgegeben, das kurze Zeit danach bereits gebrochen wurde.

Aktienkurs reagiert positiv auf das Dienstleistungsgeschäft

Obwohl es bisher keine offiziellen Mitteillungen über eine erfolgreiche Verhandlung zwischen Facebook und einer der Banken gibt, haben die Investoren positiv auf das mögliche zusätzliche Dienstleistungsgeschäft reagiert. Am Montagabend ist der Aktienkurs von FacebookAktienkurs von FacebookAktienkurs von Facebook an der New Yorker Börse Nasdaq um rund 4,5 Prozent gestiegen.

Andere Dienstleister und Apps mit ähnlichen Zugriffsrechten

Trotz der enormen Sicherheitsbedenken im Falle von Facebook gibt es bereits eine Reihe anderer Drittanbieter, die auf die Finanzdaten ihrer Nutzer zugreifen können. Apps zur Account-Aggregation erlauben es beispielsweise Nutzern mehrerer Konten diese übersichtlich zu verwalten. Dazu loggen sich die Nutzer über die App in ihr Onlinebanking ein.

0 Kommentare

Kommentar verfassen