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Soziales Netzwerk vor dem Aus

Datenleck verheimlicht – Google+ wird in 10 Monaten geschlossen

von Robert Klatt •

Das Datenleck umfasst mindestens 500.000 Nutzer. Drittentwickler konnten private Daten der Nutzer für rund drei Jahre einsehen.


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Womöglich war der Skandal rund um Facebook und Cambridge Analytica doch nicht das größte Datenleck des laufenden Jahres. Wie jetzt bekannt geworden ist, wurden auch beim Konkurrenten Google+ im Frühling Daten mehrere hunderttausend Nutzer öffentlich gemacht, ohne dass die Nutzer diesem zugestimmt haben. Google hat das Datenleck bisher verheimlicht, um Ermittlungen und Strafzahlungen die auch Facebook drohen zu umgehen. Nun wurde jedoch bekannt, dass Daten von mindestens 500.000 Nutzern in die Hände Dritter gelangt sind.

Datenleck von 2015 bis 2018

In einem Blogbeitrag teilt das Unternehmen nun mit, dass als Konsequenz des Datenlecks der Betrieb des ohnehin kaum genutzten Sozialen Netzwerks in zehn Monaten vollständig eingestellt wird. Das Datenleck wurde während des unternehmensinternen "Project Strobe" gefunden, bei dem Untersucht wurde auf welche Daten von Android-Geräten und Google-Konten Drittentwickler zugreifen können.

Die Abschaltung des Netzwerks für normale Nutzer soll bis August 2019 erfolgen. Unternehmen sollen Google+ auch weiterhin nutzen können. Ob dies nachdem Bekanntwerden des drei Jahre andauernden eklatanten Datenschutzverstoßes auf große Begeisterung trifft ist fraglich. Informationen zum Funktionsumfang der Unternehmensversion von Google+ sollen in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Datenzugriff für Drittentwickler wird eingeschränkt          

Als Folge des Datenlecks hat Google außerdem erklärt, dass die Datenschutzeinstellungen einiger Google-Dienste aktualisiert wurden. In Zukunft sollen die nun eingeschränkten APIs den Abruf personenbezogener Daten von Google-Konten und Android-Geräten durch externe Entwickler deutlich einschränken. Der Zugriff auf die SMS-Erlaubnis und den Anrufe-Log wird für Drittentwickler vollständig beendet. Außerdem wird auch der Zugriff auf den Kontaktverlauf von Android-Nutzern mit ihren Kontakten nicht länger mit Drittentwicklern geteilt.

Auch bei Google-Mail können externe Apps nun weniger Daten abgreifen. In Zukunft erhalten nur noch Backup-Dienste und E-Mail-Klienten sowie andere Apps, die die E-Mail-Nutzung vereinfachen können, Zugriff auf persönliche Daten der Gmail-Nutzer. Entwickler müssen sich außerdem dazu verpflichten die erhaltenen Daten nicht zur Erstellung von Nutzerprofilen zu nutzen, die für Werbung und Marktforschung missbraucht werden können. Auch der Export in andere Dienste ist nicht weiter erlaubt.

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