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Reaktion auf GrayKey?

Apple schließt USB-Port des iPhones - Hacking-Tools ausgesperrt

von Robert Klatt •

Der „USB Restricted Mode“ deaktiviert nach einer Stunde den USB-Port. Hacking-Tools der Polizei können so bald nicht mehr genutzt werden.


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Wie die New York Times berichtet hat Apple bestätigt, dass das kommende iOS 12 die Nutzung des USB-Ports einschränkt, um so die Sicherheit des Nutzers zu erhöhen. Die „USB Restricted Mode“ genannte Funktion deaktiviert eine Stunde nachdem das iPhone das letzte Mal entsperrt wurde automatisch die USB-Schnittstelle. Das iPhone kann so zwar noch aufgeladen werden, Datentransfers funktionieren aber erst wieder, wenn das iOS-Smartphone per Passwort entsperrt wurde.

Änderungen sperrt Ermittlungsbehörden aus

Ob die Änderung aufgrund der von Grayshift produzierten Entsperr-Lösung Graykey implementiert wurde hat Apple offiziell nicht bekanntgegeben. In Zukunft können aber auch Strafverfolgungsbehörden dank des USB Restricted Mode nicht länger auf Daten von iPhones Krimineller und Verdächtiger zugreifen. Allein die Indiana State Police hat 2018 schon 96 iPhones mit der 15.000 Dollar Hardware von Grayshift entsperrt. Durch die Einführung der neuen Sicherheitsfunktion wird dies in Zukunft nicht mehr möglich sein, da die Polizei und andere Behörden nur noch eine Stunde Zeit haben das Hacking-Werkzeug zum entsperren zu nutzen, bevor der USB-Port nicht länger verwendet werden kann.

Apple-Sprecher Fred Sainz gab gegenüber der New York Times an, dass das Unternehmen die Sicherheit des iPhones ständig verbessert, da Sicherheitslücken nicht nur für legitime Zwecke wie die Strafverfolgung genutzt werden können, sondern auch von Hackern missbraucht werden. Er erklärte, dass „Apple den größten Respekt vor der Strafverfolgung hat, und dass sie ihre Sicherheitsverbesserungen nicht entwickeln, um ihre Bemühungen zu vereiteln, ihre Arbeit zu tun“.

iPhone-Entsperrung durch zwei Unternehmen möglich

Derzeit können weltweit zwei Unternehmen iPhones entsperren. Die Dienstleistung des israelischen Unternehmens Cellebrite wird auch von deutschen Ermittlern in Anspruch genommen. Außerdem kann auch Grayshift iPhones entsperren. Das US-amerikanische Unternehmen wurde 2016 von einem ehemaligen Apple-Ingenieur gegründet.

US-Strafverfolgungsbehörden nutzen laut einer Anfrage der New York Times bevorzugt das Unternehmen Cellebrite, an das sie iPhones zum entsperren einschicken. Der Preis pro entsperrten iPhone liegen dabei bei mehreren Tausend Dollar. Grayshift bietet seit März die Hacking-Hardware Graykey für 15.000 Dollar an. Besitzer können mit dem Gerät dann beliebig viele iPhones selber für einen relativ geringen Einmalpreis entsperren.

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