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Fachhochschule St. Pölten

Android-App SoniControl schützt vor akustischen Smartphone-Cookies

von Robert Klatt •

Ultraschall-Töne werden genutzt um Smartphone-Nutzer zu tracken. So kann beispielsweise erkannt werden welche Musik oder welche Sender konsumiert werden.


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Aktuell werden von einigen Werbenetzwerken sogenannten akustische Cookies genutzt, um personalisierte Werbung auf Smartphones anzuzeigen. Dabei wird vom Smartphone ein Ultraschallton abgegeben, der vom menschlichen Gehör nicht wahrnehmbar ist, um so herauszufinden welchen Fernsehsender der Smartphone-Nutzer guckt oder welche Musik er hört. Bisher gab es gegen diese Art von Ad-Tracking noch keinen Schutz. Forscher aus Österreich von der Fachhochschule St. Pölten haben nun eine Lösung entwickelt, die diese Form der unbemerkten Datenübermittlung verhindern soll. Derzeit können App-Entwickler akustische Cookes technisch relativ simpel über verschiedene Software Development Kits (SDK) wie Google Nearby API, XT Audio Beacons und Lisnr in ihre Projekte integrieren.

Firewall gegen Ultraschall-Datenübertragung

Matthias Zeppelzauer, Peter Kopciak, Kevin Pirner, Alexis Ringot und Florian Taurer von der Fachhochschule St. Pölten haben nun die App SoniControl vorgestellt, die eine Art Firewall gegen akustische Cookies bieten soll. Nutzer sollen mithilfe der App gegen diese Form der Datenübertragung vorgehen können und so die Kontrolle über das Tracking zurückerlangen.

SoniControl ist bisher nur für Android verfügbar. Die OpenSource-Software soll den Datentransfer über Ultraschall stören. Dazu gibt die App selber einen für Menschen unhörbaren Ton über das Smartphone ab, der verhindert das akustische Cookies eigene Töne aufzeichnen können. SoniControl kann im Play Store bereits gratis heruntergeladen werden. Anfangs auftretende Probleme wie der hohe Akkuverbrauch und die Überhitzung des Akkus wurden bereits behoben. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme kann SoniControl der Zugriff auf das Mikrofon verbieten. Dies schränkt jedoch die Funktionalität des Smartphones ein, da auch Funktionen wie die Sprachsteuerung dann nicht mehr arbeiten können.

Akustische Cookies weit verbreitet

Neben personalisierter Werbung werden akustische Cookes auch für Abhörvorhaben oder Datendiebstahl verwendet. Hauptsächlich werden sie aber zur Verfolgung von Nutzern über mehrere Geräte hinweg eingesetzt. Wissenschaftler der TU Braunschweig haben laut einem Forschungspapier im vergangenen Jahr im Google Play Store 234 Android-Apps gefunden, die akustische Nutzung verwenden. Bei den gemeldeten Apps reagierte Google teilweise mit der Entfernung aus dem App Store. Andere Apps mussten so angepasst werden, dass auf die Nutzung des Mikrofons hingewiesen wird.

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